Wie kann man Folter humaner machen?

Wenn man gerade vom Zahnarzt kommt und dort so an die 2 Stunden gewesen ist, hat man sich alle möglichen Gedanken gemacht. So z.b. über das Thema Folter.

Im Wortsinn ist Folter ja bereits human, wenn man die Wortbedeutung ernst nimmt und „human“ mit „menschlich“ gleichsetzt. Nur wenige Berufe sind gleichermaßen am Menschen orientiert.

Aber lassen wir mal diese Spitzfindigkeiten und sehen den Begriff der Humanität als eine zu erreichende ethische Messlatte. Wie kann es also gelingen, dass Folter in diesem Sinne humaner gestaltet werden kann?

Glücklicherweise ist in der EU Folter verboten, da sie ja doch ein wenig in die Menschenrechte eingreift. Zumindest offiziell verboten, abgesehen von irgendwelchen Geheimgefängnissen vielleicht.

Amnesty International beispielsweise weist zwar immer wieder daraufhin, dass es noch viel zu tun gebe und man die Folter doch bitte möglichst weltweit endlich einmal abschaffen sollte, was natürlich auch absolut stimmt.

Dennoch gibt es einige Länder, die gerne daran festhalten, wenngleich klar ist, dass jeder unter Folter alles mögliche gesteht, beispielsweise selbst so abstruse Behauptungen bestätigt, dass die Erde angeblich eine Kugel sei.

Der internationale Interesseverband der Folterknechte machte darauf aufmerksam, dass ein weltweites Verbot der Folter zudem die Arbeitslosigkeit erhöhen könnte, da zum einen primär die Folterknechte arbeitslos würden, aber auch die Sekundärindustrie der Zulieferer, welche die nötigen Werkzeuge herstellen. Zudem gebe es unter den Folterknechte doch eine gewisse Anzahl von Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht hätten. Für diese sei es besonders schwierig, künftig ein anderes Hobby zu finden oder einen Beruf, der ihnen auch Spaß mache. Wie man heutzutage wisse, könne ein Beruf, der nicht den eigenen Interessen entspreche, zu psychosomatischen Beschwerden führen, was dann wiederum das Gesundheitssystem belasten könne.

Man plädiere deshalb für eine neue Sprachregelung, die mehr das Miteinander betone. So solle beispielsweise nicht mehr von „Folteropfern“ gesprochen werden, sondern besser von Folter-Nehmern oder Folter-Partnern. Zudem solle auch mehr Wert auf Freiwilligkeit gelegt werden, frei nach dem Motto: nichts kann, alles muss.

Um die religiösen Gefühle von künftigen Folter-Partnern zu respektieren, solle zudem häufiger ein Kruzifix mit dem leidenden Jesus daran in den Behandlungsräumen aufgehängt werden. Dies gebe den Folter-Nehmern die Möglichkeit, sich mit diesem zu identifizieren und zu merken, dass ja schon ganz andere Derartiges durchgemacht hätten. Zudem würden sich Folter-Partner dadurch auch stärker bewusst, dass ein kurzzeitiges Unwohlsein ja langfristig dann durchaus positive Folgen haben könne. So habe Jesus ja immerhin eine der größten Weltreligionen gegründet, sogar die größte überhaupt.

Dem Interessenverband der Folter-Nehmer gehen allerdings diese Neuerungen nicht weit genug und er fordert, künftig Folter nur noch unter Vollnarkose durchzuführen. Dadurch könnten auch die Folter-Geber entspannter arbeiten und die Arbeitsatmosphäre sei insgesamt besser. Zudem könnten auch die gesetzlich vorgeschriebenen Richtwerte für Pausenzeiten besser eingehalten und umgesetzt werden.

Des Weiteren sollten sich die Krankenkassen künftig stärker finanziell beteiligen, denn bislang gilt Folter als private Zusatzleistung, die von den Folter-Nehmern oder ihren Angehörigen noch aus eigener Tasche bezahlt werden muss.

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