Was Facebook wirklich will

Wir alle wissen es, Facebook will nur unsere Daten. Und wenn Facebook künftig die Daten mit den Tochterunternehmen WhatsApp und Instagram abgleichen will, verfügt es über noch viel mehr Daten.

Das Heute-Journal im ZDF berichtete letzte Woche, dass Facebook Jugendlichen 18 € pro Monat zahle dafür, dass sie zulassen, dass ihre gesamte Kommunikation zuerst über einen Facebook-Server geleitet wird, wo sie ausgewertet wird, und dann an die anderen Server, an die sie eigentlich adressiert sind, weiterleitet.

In Deutschland möchte man nun dieser Datensammelwut Einhalt gebieten, damit Facebook nicht zu allmächtig wird.

Hierzulande fällt ohnehin oft der Begriff der Datensammelwut in bezug auf Facebook. Dabei ist dieser Begriff nur zum Teil richtig. Denn wir alle, die wir Facebook nutzen, haben eine Daten-verschenk-Wut. Wir geben unsere Daten gerne dafür her, dass wir Facebook kostenlos nutzen dürfen.

Wenn ich mir überlege, was ich auf Facebook so mache, ist es eigentlich gar nichts so Wesentliches. Ein paar Leute dort kenne ich aus dem echten Leben, die ich aber selten sehe. Zwei von ihnen posten immer mal wieder Fotos von sich oder ihrer Familie. Mit den anderen tauscht man ein paar Links aus oder posted selber ein paar Links, die man irgendwie für originell oder wichtig hält.

In den Zeiten vor Facebook hätte man die Leute eigens per E-Mail anschreiben müssen, was natürlich umständlich war, so dass man es gleich gelassen hat.

Einerseits ist es sicher sinnvoll, wenn ein Konzern nicht zu groß wird. Andererseits ist es aber doch auch so, dass beispielsweise WhatsApp die Daten von uns genauso hat wie auch Instagram. Ob es da so viel Unterschied macht, wenn die Daten gebündelt werden in einem Datenspeicher? Wahrscheinlich nur in Bezug auf die Monopolstellung. Es geht also darum, zu verhindern, dass Facebook in seiner Sparte ein Monopol behält, das es ja wahrscheinlich schon hat.

Für den Nutzer ist es aber eigentlich relativ egal, denn ob er nun Facebook verwendet, WhatsApp, Instagram, Microsoft, Google, Apple oder was weiß ich auch alles, er muss immer darauf vertrauen, dass das, was die Firmen versprechen, auch stimmt. Dass sie mit den Daten vertrauensvoll umgehen.

Was Facebook ja ein wenig ins Gegenteil verdreht hatte in der letzten Zeit, man denke an Cambridge Analytica. Und man denke auch daran, wie Donald Trump offenbar seine Wahl gewinnen konnte, auch indem nämlich auf Facebook zielgerichtet Werbung geschaltet wurde für diejenigen Leute, die ihn potenziell wählen würden. Das hat übrigens auch Obama schon so gemacht, und die Präsidentschaftswahl gewonnen.

Und hier ist dann wieder der Punkt, dass man sagt, es geht nicht nur um die Monopolstellung eines Unternehmens, sondern das Ganze kann auch politische und ganz reale Folgen für Menschen und Länder haben.

Insofern ist es wahrscheinlich doch richtig, dass man genau darauf achtet, wie Konzerne die Daten, die sie kostenlos von uns Nutzern erhalten, einsetzen.

Denn wir Nutzer sind zu bequem, um uns darum zu kümmern.

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