Bundesverkehrsminister gegen Fahrprüfungen für Senioren

Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister, hat sich gegen Fahrprüfungen für Senioren, beispielsweise ab 75 Jahren, ausgesprochen.

Ein 21-jähriger könne ebensogut einen Unfall bauen wie ein älterer Mensch.

Da ja jeder immer nur das eigene Umfeld als subjektiven Vergleichspunkt hat, muss ich ihm in dieser Hinsicht tatsächlich zustimmen. Diejenigen älteren Leute, die ich kenne und die Auto fahren, fahren eigentlich ziemlich besonnen. Vielleicht tendenziell etwas langsamer als andere. Aber das stört ja niemanden. Hauptsache, man kommt gesund an und gefährdet niemanden.

Gefährlich erscheinen mir tatsächlich junge Leute hinter dem Steuer, wahrscheinlich vor allem junge Männer, mit denen das Temperament und das Testosteron gerne mal durchgeht.

8 Comments

  1. Ich würde eine Überprüfung gut heißen. Mir ist es neulich erst passiert, dass ein Rentner (86 Jahre alt, an zwei Krücken laufend) eine enge Kurve so weit ausgeholt hat, dass ich anhalten musste, sonst hätte er mich gerammt. Ich glaube sogar, er hat mich gar nicht wahrgenommen, er saß nach vorn gebeugt, als würde er durch die Scheibe die Straße suchen.
    Nur gut, ich kenne ihn, bin dann zu seinen Kindern und habe sie informiert mit dem Gedanken, dass sie doch
    mit ihm reden sollten, das Fahren sein zu lassen. Sie gaben mir Recht, doch sagten sie, dass ihr Vater da an Selbstüberschätzung leidet, er kein Einsehen zeigt. Dass er andere gefährdet, will er gar nicht hören.

    Und mir erscheint der Vergleich zu jungen Menschen sehr weit hergeholt. Die Sichtweise ist doch eine ganz andere, die Reaktion auch. Jung und Alt ist hier nicht vergleichbar, das sind zwei Paar Schuhe.
    Jugendlicher Fahrstil ist oft sehr leichtsinnig, aber der Fahrstil älterer Menschen auch.

    Hier hilft kein Schwarzweißdenken ,kein Pauschaldenken, hier muss man auch die Grauzonen berücksichtigen (finde ich).

    Liebe Grüße von mir zu dir.

  2. Ja, junge, männliche Fahrer sind statistisch die größte Gefahr.
    Aber es gibt auch Menschen, die kognitiv und/oder physisch nicht mehr in der Lage sind, am Verkehr teilzunehmen.
    In beiden Fällen wäre es sinnvoll, was zu machen.
    Meine Ideen:
    -Für alle Fahranfänger ein Fahrsicherheitstrainig bezahlt vom Staat. Da lernt man seine Grenzen kennen und kann Risiken besser einschätzen.

    – Für ältere Menschen: ein gutes Alternativangebot. Wenn ich weiß, dass ich nicht aufs Auto angewiesen bin, verzichte ich eher drauf. Also mehr ÖPNV und Fahrdienste für ältere Menschen.

    Kostet ertmal alles, das ist mir klar.

  3. ja, ist natürlich auch sinnvoll, was du da sagst. Andererseits hätte ich Sorge, dass die Autonomie von älteren Leuten stark eingeschränkt wird, wenn sie nicht mehr Autofahren dürften. Und es käme mir etwas wie Entmündigung vor, wenn sie jedes Jahr zu einer Überprüfung ihrer Fahrtüchtigkeit müssten.
    Es gibt ja bei Leuten jeden Alters welche, wie sich falsch einschätzen. Wenn aber ältere Leute beispielsweise ihr Auto nicht mehr verwenden dürften, müssten sie auf Bus und Bahn ausweichen, was ja noch geht, wenn es sich um eine einzige Linie handelt. Wenn man dabei mehrfach umsteigen muss und verschiedene Anschlüsse erreichen muss, werden die öffentlichen Verkehrsmittel schon zu einer logistischen Herausforderung, die noch nicht mal junge Leute, obwohl sie auf Apps zugreifen können, so gut bewältigen.
    Also ja, natürlich sollte niemand, der im Verkehr unterwegs ist, andere gefährden.
    Vielleicht erledigt sich die Diskussion über die nächsten Jahre sowieso, je mehr Autos autonome Systeme eingebaut bekommen, beispielsweise autonome Bremssysteme. Gibt es ja bei einigen Modellen bereits.

  4. Generell ja, allerdings mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein, ist für viele Leute schon durchaus herausfordernd, gerade bei Bussen, wo man nicht unbedingt weiß, wo und wann dann der Anschlussbus kommt. Jüngere Leute, die mit dem Smartphone routiniert umgehen können, können sich ja gut zurechtfinden. Für ältere ist das aber oft schon ein Problem.

  5. Das stimmt. Deshalb halte ich da Fahrdienste für sinnvoll. Ich habe schon gesehen, dass das teilweise als organisierte Nachbarschaftshilfe funktioniert. Aber ich sehe es eigentlich als Aufgabe des Staates.

    Ich sehe da auch eine große Chance im autonomen Auto, wie du oben schon kommentiert hast. Nur ist die Frage, wie sehr wir autoverliebten Deutschen das annehmen werden.

  6. Das mit der Nachbarschaftshilfe ist so eine Sache. Ich glaube nicht, dass es solche Initiativen allzu häufig gibt, wäre mir zumindest bislang nicht begegnet.

  7. Für ältere Menschen gibt es auch andere Alternativen, als Bus und Bahn. Ich kenne Fahrdienste, die solche Fahrten übernehmen , usw. Aber gut, Eigenverantwortung sollte bei Jung und Alt groß geschrieben werden.
    Danke für diesen Beitrag auch, alles ist eine Überlegung wert.

Kommentar verfassen...(Kommentare, die Links enthalten, müssen auf Freischaltung warten)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.