Die wundersame Welt des deutschen Regierungsfliegers

Was Angela kann, kann Frank-Walter schon lange. Denn der sitzt gerade in Äthiopien fest, weil der Regierungsflieger „Theodor Heuss“ aus technischen Problemen nicht starten kann.

Aber man kenne das Problem, welches sich nämlich darin zeige, dass es ein Problem gebe, vermutlich nur eines glücklicherweise, ein technisches, kein tschechisches, irgendwas habe es mit der Druckluft zu tun und vermutlich liege es an der Technik.

Dann gibt es noch die 55 Personen, die Herr Steinmeier begleitet hatte, aber die blieben erstmal im Hotel. Wenn nichts fliegt, dann fliegt halt nichts. Kennt man ja prinzipiell von der Bahn her. Und mit der Druckluft wolle man sich ja auch nicht anlegen. Die Menschen hätten doch schon genug Druck heutzutage.

Kürzlich hatte die Bundeskanzlerin übrigens auch kleinere Probleme mit dem Regierungsflieger, bei dem der Funk ausgefallen war. Dummerweise gerade da, als sie zum Weltwirtschaftsforum nach Südamerika fliegen wollte. Egal, Schwamm drüber, nimmt man halt die Linienmaschine.

Als Lösung der technischen Probleme wird diskutiert, möglicherweise die alten Segel der runderneuerten Gorch Fock, also des Segellehrschiffes der Bundeswehr, zu verwenden (wäre ja schade, die einfach wegzuschmeißen) und irgendwas in Richtung Segelflieger zu basteln. Eine andere Möglichkeit, die diskutiert wird, ist, ein altes Druckluftsystem aus einem Tornadokampfflugzeug, das gerade nicht fliegt, leihweise zu entnehmen.

Die Deutsche Bahn dürfte aktuell eine der wenigen sein, die gerade recht entspannt auf diese Problemchen gucken und sich ins Fäustchen lachen können. Hübsch, wenn auch wer anders mal Verspätung hat.

Und so kommt es nun, dass die deutsche Pünktlichkeit ein wenig auf die deutsche Gründlichkeit warten muss. Die sitzt nämlich gerade in irgendeinem Dieselmotor fest und versucht dort, möglichst wenig Stickoxide in die Umwelt zu pusten, mit oder ohne Schummeln. Ach was, lieber mit, merkt doch keiner. Aber dann, wenn die deutsche Gründlichkeit wieder Luft hat, und das werde bereits in wenigen Monaten oder Jahren schon der Fall sein, wolle man sich sofort und augenblicklich und ohne jegliche Verzögerung massiv und mit dem nötigen Ernst und mit viel Engagement und Nachdruck und ohne Umschweife um die anstehenden Probleme kümmern.

Naja, vielleicht nicht gleich, aber fast, erstmal müsse die Gorch Fock funktionieren. Dann komme die Bundeswehr dran. Dann die Bahn. Und dann der Regierungsflieger.

Sie können in der Zwischenzeit also noch entspannt einen Kaffee trinken oder auch zwei. Oder auch eine Weltreise machen. Zu Fuß.

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