Tempo 130 und der Wolf

Die Bundesregierung zieht nicht so richtig beim Thema einer generellen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen, beispielsweise von 130 km/h, weil es ja nicht im Koalitionsvertrag stehe. Und wenn’s da nicht stehe, dann stehe es halt nicht dort. Roma, ähm Berlin locuta, causa finita.

Und außerdem hat die Regierung einen Bundesverkehrsminister, der der Autolobby die Füße küsst und ihren Feinstaub genussvoll inhaliert. Also fühlt sie sich nicht allzu sehr bemüßigt, auf den Autobahnen eine generelle Höchstgeschwindigkeit von Tempo 130 durchzusetzen.

Denn was wäre das Land der Raser und Denker, wenn man hier nicht mehr rasen könnte, sondern nur noch denken müsste? Und wer kann heutzutage überhaupt noch denken bei den ganzen Multimediaangeboten? Man müsste sich dann vielleicht aufs Rasenmähen zurückziehen, wenn einem das Wort „rasen“ ans Herz gewachsen sein sollte, aber das ist ja nicht das Gleiche, nur ein schwacher Trost und nur phonetisch ähnlich.

Im Grunde geht es um dieselbe Frage wie mit dem Wolf, der wieder stärker in Deutschland eingewandert ist. Zumindest vom Prinzip her. Okay, ich gebe zu, die Sache mit dem Wolf ist vielleicht etwas dramatisch zugespitzt und hat populistische Züge, die Sache mit den Unfalltoten aber ist es nicht.

Die Frage lautet: geht man quantitativ oder qualitativ an das Thema heran?

Ist es also so, wenn ein paar Menschen durch Raser zu Schaden kommen, dann ist das okay, wenn es aber viele sind, ist es irgendwo nicht mehr so okay?

Oder ist es qualitativ zu sehen, dass ein einzelner Mensch, der durch einen Raser zu Schaden kommt, bereits einer zuviel ist?

Die biblische Sicht, zumindest betrachtet von der Mitte der Schrift her, von Jesus Christus aus, ist die zweite.

Ein einziges menschliches Leben ist so viel wert, dass Gott sich nicht zu schade ist, dafür auf die Welt zu kommen und sich sogar von den Römern ans Kreuz nageln zu lassen.

Im Grunde soll man qualitativ an das Thema herangehen, zumindest, – und ich weiß, dass das hier jetzt viel Reaktionen produzieren könnte – wenn man Christ ist. Solange auch nur ein einzelner Mensch durch einen Raser auf deutschen Autobahnen stirbt, sollte man eine generelle Höchstgeschwindigkeit nach wie vor in der Diskussion halten. Und irgendwann, am besten noch vor dem St. Nimmerleinstag, dann auch durchsetzen.

Denn in jedem Menschen begegnet uns ein Ebenbild Gottes, das ist der biblische Gedanke. Und wer könnte es wirklich verantworten, ein Fünkchen Gottes einfach so über den Haufen zu fahren, nur weil er es mal in Bezug auf die Geschwindigkeit so richtig krachen lassen will? Eben.

Aber so denkt ja wieder keiner. Erstmal Gas und Geschwindigkeit und dann mal schauen. Wird schon schiefgehen.

4 Comments

  1. Ja, ich wäre auch für ein Tempolimit, aber ich vermute auch, dass die Politik daran kein Interesse hat. Warum auch immer.

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