Zum Tod von Pierre Weber

Gestern erreichte mich per E-Mail die traurige Nachricht, dass einer unserer früheren Lehrer nach kurzer und schwerer Krankheit verstorben ist.

Ich wünsche, dass er nun in Gottes Liebe und Ewigkeit sein darf und von dort vielleicht auf uns das ein oder andere Mal hinabschaut, um es mal bildlich zu sagen.

Er unterrichtete am Gymnasium Ottobrunn Erdkunde und Wirtschaft zusammen mit Recht.

Wir, die wir im Jahre 1990 dort Abitur gemacht hatten, kennen ihn wahrscheinlich alle.

Vielleicht hatte ich ihn irgendwann in meiner schulischen Laufbahn auch einmal im Fach Erdkunde, das könnte sein. Besonders erinnere ich mich aber an die beiden Jahre Leistungskurs Wirtschaft und Recht.

Er war ein charmanter Mann, so würden wohl Frauen sagen, Männern hingegen fiel auf, dass er sein Hemd doch immer recht weit aufgeknöpft hatte, was wohl als eine gewisse Lässigkeit gedacht war.

Ich erinnere mich, wie wir auf einem Wandertag einmal unter anderem mit ihm mit dem Zug nach Augsburg fuhren. Ich habe noch das Bild im Kopf, wie er am offenen Fenster saß, die Sonne leuchtete ihn an und er genoss den Fahrtwind und man hatte das Gefühl, er war gerne Lehrer.

Zur Abiturfeier karikierte einer mit dem Namen Tom unter anderem auch ihn in einem kurzen Video. Es wurden mehrere Lehrer karikiert. Bei ihm wurde das Ganze leider etwas überzogen und es hieß, er möge Männer recht gerne. Dies war aber wohl auf seine legére Art, die von Männern auch falsch verstanden werden konnte, zurückzuführen. Für besagte Feier hatte ihm das wohl etwas den Abend vermiest, was schon damals nicht jeder uneingeschränkt lustig fand. In der Tat war es nämlich anders, er lernte eine etwas jüngere und hübsche Lehrerin an der Schule kennen, mit der er dann auch zusammenkam und lebte.

Ach ja, und dann noch meine persönliche Erinnerung an ihn im Unterricht. In Wirtschaft und Recht hörte ich schon zu, was er sagte, doch manchmal hätte ich gerne noch ein paar mehr Verknüpfungen gehabt. Ich überlegte und überlegte und schließlich fragte ich, um diesem Konnex zu bekommen, was mir jedoch nicht zum Vorteil gereichte, wurde ich so doch so zum Zwischenfrager aus der letzten Reihe.

So hat wohl jeder seine Erinnerungen an den ein oder anderen Mitschüler und Lehrer. Traurig ist aber, dass sie, diese Lehrer, nun nach und nach nur noch Geschichte in unserer Erinnerung sein werden und immer mehr nur noch in Geschichten auftauchen werden, die wir über sie erzählen. Bis einst wir diese Generation sein werden, die nun sie sind.

Mögen all diejenigen, die noch am Leben sind, noch ein möglichst langes und erfülltes und gesundes Leben haben. Bis sie ihn dereinst wiedersehen, in der anderen Welt, in Gottes Ewigkeit und Liebe. Und irgendwann auch wir sie. Aber dann in einer anderen Rolle. Nicht mehr als Schüler, nicht mehr als Lehrer, sondern als Kinder Gottes – die wir ja eigentlich auch auf der Erde schon sind. Nur hier vergessen wir das manchmal. Schade eigentlich.

2 Comments

  1. Mein Mitgefühl. Ich mochte nicht alle meine Lehrer, es waren ein paar sehr Üble dabei. Als ich allerdings erfuhr, dass mein überaus geschätzter Kunstlehrer von etwas mehr als zehn Jahren freiwillig dieses Leben verließ, hatte ich ähnliche Gedanken wie du.
    Wir gehen alle diesen Weg. Und ich hoffe, dass in hoffentlich vielen Jahrzehnten die Schüler ein wenig betroffen sind und nicht auf meinem Grab tanzen.

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