Wer die Wahl hat, hat die Wahl

Herzlichen Glückwunsch, sie Glückspilz! Heute ist ihr Glückstag! Sie dürfen sich einen der Bleistifte auf dem Bild aussuchen! Einzige Bedingung: wählen Sie den richtigen!

Sie haben die Wahl. Für manche Leute ist es eine Qual, die Wahl zu haben, allerdings wohl kaum dann, wenn es nur um einen Bleistift geht. Zur Qual wird die Wahl dann, wenn wichtige Dinge anstehen. Eine Operation, ja oder nein? Ein anderer Arbeitsplatz? Der Umzug in eine andere Stadt? Fragen zur Beziehung und so weiter.

Und die Realität ist wohl die, dass man zwar alle möglichen Eventualitäten in Gedanken abchecken kann, vielleicht sich auch eine Liste anfertigen kann, um einen besseren Überblick zu haben, dass man letztlich aber ins kalte Nass springen muss und nie weiß, wie eine Sache ausgeht. Eine Restunsicherheit bleibt immer bestehen.

Das ist das Problem und zugleich die Herausforderung und auch die Chance für uns Menschen. Wir haben gewisse Freiheiten, über die und innerhalb derer wir selbst bestimmen können, wir können unterschiedliche Lebenswege einschlagen, gerade so, wie wir es möchten. Das Problem ist, wir wissen erst im Nachhinein, ob sie richtig waren. Das kann tatsächlich zur Last werden.

Der Psychologe Viktor Frankl prägte in dieser Hinsicht den Satz: half known but full hearted.

Entscheidungen muss man manchmal so treffen, dass man die Dinge nur zur Hälfte überblicken kann, aber man soll die Entscheidung dann von Herzen treffen und den neuen Weg auch mit mutigen Herzen gehen. Und dann, falls man merken sollte, er ist vielleicht ein Irrweg, kann man wieder umlenken. Besser ist es, sich zu entscheiden, als dies nicht zu tun. Denn auch keine Entscheidung ist genauso eine Entscheidung. Aber eine sehr passive. Besser ist es, wenn man zum Gestalter des eigenen Lebens werden kann.

Hier muss ich an ein Bild mit einem kurzen Text des Psychologen Roland Kopp-Wichmann denken, der früher auch ab und zu auf der theolounge mitgeschrieben hat. Er geht in etwa wie folgt: Stell dir vor, du trittst nach dem Leben vor Gott und dieser fragt: na, wie war es im Himmel?

Der Gedanke ist deswegen gut, weil er deutlich macht, dass wir in unserem Leben im Grunde alle Möglichkeiten haben, frei zu entscheiden. Die Freiheit, die wir in unserem Leben im Grunde haben, ist vielleicht ein wenig vergleichbar mit dem, was wir uns unter Himmel vorstellen.

zwar können wir realistischerweise vielleicht nicht alles völlig frei entscheiden, es gibt gewisse Sachzwänge, aber theoretisch kann man sich fast immer für eine Sache entscheiden. Klar, das hat Konsequenzen. Dennoch ist die Entscheidung eigentlich frei.

Aus christlicher Sicht hilft auch der Gedanke, dass man sich an Gott wenden kann. Derjenige, der mit einem einzigen Gedanken das gesamte Universum schuf und am Laufen hält, die Evolution, die Materie und Antimaterie und dunkle Energie und dunkle Materie und alles, was es gibt, kann einem, so die biblische Vorstellung, auch Weisung geben, wenn man zu ihm betet. Ein kleiner Gedanke reicht schon und das Leben nimmt eine andere Wendung und einen guten Lauf. In Entscheidungssituationen können Sie also beten: Gott, bitte hilf mir, eine richtige und weise Entscheidung in deinem Sinne zu treffen. Amen.

Hier begibt man sich in Gottes Schutz und vertraut ihm. Dein Wille geschehe, heißt es im Vaterunser. Und der Wille Gottes, darauf dürfen wir hoffen und vertrauen, meint es gut mit uns Menschen. Denn Gott ist derjenige, der uns Menschen unser Leben erst ermöglicht und jedes Leben geschenkt hat und erhält. Und das, was uns manchmal in unserer egozentrischen Sicht, die nur unseren eigenen Vorteil im Blick hat, als richtig und erstrebenswert erscheint, ist es im Nachhinein vielleicht gar nicht.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gottes Wille es gut mit uns meint. Und dass er uns auf die richtige Bahn schickt, wenn wir uns ihm anvertrauen. Er drängt sich uns mit seinem Willen nicht auf. Aber wenn wir uns an ihn wenden, gerade auch in existenziell entscheidenden Situationen, so ist er in besonderer Weise da und ganz nah bei uns.

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