Obdachlose in München

Hier schlafen sie also wieder, die armen Seelen, ein paar Obdachlose, die sich bei -5 Grad in der Nacht oder kälter auf die Abluftöffnung der U-Bahn legen.

Ein hübsches Plätzchen haben sie sich da ausgesucht. Der Königsplatz bietet natürlich ein bezauberndes Panorama, wenn man dort einmal vorbei spaziert.

Für Obdachlose aber ist es wohl egal, wo sie liegen, bezaubernd ist das Ganze nie so wirklich. Etwa 52.000 von ihnen gibt es in Deutschland.

Eigentlich wundert man sich, auch, wenn man nur einen Einzelnen sieht, warum das in einem der reichsten Länder der Welt denn sein muss, dass es überhaupt Obdachlosigkeit gibt.

Andererseits denkt man an die explodierenden Mietpreise und kann auch hier schon eine Ahnung bekommen, dass der ein oder andere, wenn noch ein paar andere Sachen dazu kommen, ja schnell vielleicht auch einmal auf der Straße stehen könnte.

Und so sollte man vorsichtig sein, wenn man auf Obdachlose als eine andere Gruppe hinabzublicken gedenkt, denn, wenn es dumm läuft, könnte man selber sich auch einmal dort wiederfinden.

Hoffen wir es nicht. Aber behandeln wir Obdachlose so, wie auch wir selber behandelt werden wollten, wenn wir in dieser Situation wären.

Denn im Leben erlebt man schnell Situationen auch einmal aus der anderen Perspektive.