Die Absurditäten der Datenschutzgrundverordnung

Seit einiger Zeit herrscht ja in Deutschland und der EU die neue Datenschutzgrundverordnung. Kommt man auf irgendeine Webseite, wird die Info eingeblendet, dass man der privacy policy zustimmt, wenn man auf dieser Seite surft. Und irgendwo soll man dann auf okay klicken, um zu zeigen, dass man das auch wahrgenommen und kapiert hat.

Und so surfen mittlerweile Millionen von Menschen und klicken automatisch auf ok. Denn mal unter uns: wer liest sich das schon durch. Absurd.

Es wäre ein bisschen vergleichbar mit dem echten Leben, wenn vor jeder Haustür und Wohnungstür ein Schild aufgestellt wäre mit der Info:

Achtung, Sie betreten nun die freie Wildbahn. Hier kann es Ihnen passieren, dass Menschen Sie sehen und dann über Sie reden. Es kann so also sein, dass diese Menschen die Daten über Sie in ihren Köpfen speichern, an andere Köpfe weiterleiten und damit allerlei angestellt wird. Vielleicht macht auch wer Fotos oder schreibt sich was über Sie auf.

Was wäre die Reaktion auf solch ein Warnschild? Zu Hause bleiben, rein sicherheitshalber? Oder nicht doch einfach auf okay klicken und rausgehen? Oder nur noch in Vollverschleierung vor die Tür gehen?

Ach ja, wenn jemand übrigens nicht möchte, dass er von irgendwelchen Web-Sites, bei denen man ja sowieso „okay“ klicken muss, in Bezug auf das Nutzerverhalten analysiert wird, möge er einfach den Inkognito-Modus seines Browsers einschalten und zudem ein VPN wie Zenmate beispielsweise nutzen. Das ist vermutlich etwas effektiver, als die Datenschutzgrundverordnung. Auch, wenn diese ja sicher gut gemeint war.

8 Comments

  1. Ich brauche nicht anonym zu surfen. Manchmal bekomme ich Werbung, okay, das ist der Preis für meine Neugierde 😊 die Möglichkeit der Anonymität halte ich für problematischer als Opfer der gezielten Akquise zu werden…

  2. Das Grundanliegen der EU ist wahrscheinlich vom Kern her ein gutes. Aber eine gewisse Absurdität hat es schon. Denn man wird ja nur darüber informiert, dass auf einer gewissen Seite die und die Daten gesammelt werden. Aber man kann das Datensammeln auf der Seite ja nicht ausschalten. Man kann es nur mit okay bestätigen, dass man diesen Hinweis gelesen hat. Was ist denn die Alternative? Die Seite nicht mehr aufrufen? Die Alternative wäre, von Haus aus dann eben anonym zu surfen, was ja auch geht. Aber dazu bräuchte es dann diese Datenschutzgrundverordnung eigentlich auch gar nicht. Dazu bräuchte es einfach nur mehr Aufklärung, dass eben dann alle Leute anonym surfen.

  3. Persönlichkeiten werden kapitalisiert. Daten sind Geld wert. Vermehrt ist die Rede von digitalem Totalitarismus.
    Es heißt, je mehr der Bürger genervt sei vom Datenschutz und ihn daher ablehne, desto besser funktioniere Big Data langfristig.

    Einfach mal darüber nachdenken. Bitte.

  4. Die Menschen besuchen die Datensammel-Seiten ja trotzdem. Im Grunde wäre eine stärkere Aufklärung nötig, aber nicht so sehr die Einblendung auf jeder einzelnen Seite.

  5. Das wäre eine Frage der Vermittlung von Medienkompetenz. Man könnte auf die Idee kommen, dass diese an Schulen unterrichtet werden müsste. Genau wie der Umgang mit Geld. Weitgehend Fehlanzeige. Stattdessen einfach nur noch mehr gedankenlos klickende Konsumenten.

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