Hat Donald Trump mit seiner Mauer vielleicht auch ein bisschen recht?

Der Kampf um die Mauer zu Mexiko, welche die Mexikaner aus nachvollziehbaren Gründen nicht bezahlen wollen, wie Trump es noch im Wahlkampf angedacht und verkündet hatte, geht weiter. Und zwar auf dem Rücken von etwa 800.000 US-amerikanischen Beamten, die immer noch, wochenlang schon mittlerweile, kein Gehalt bekommen und gewissermaßen in Geiselhaft der politischen Maschinerie gefangen sind.

Das ist für viele problematisch, weil sie ja auch Verbindlichkeiten zu bedienen haben, beispielsweise Kredite für Häuser oder andere laufende Kosten. Ganz zu schweigen davon, dass sie auch ihren Lebensunterhalt irgendwie bestreiten müssen.

Vor einiger Zeit las ich das Buch „No mans land“ von Francisco Cantu, das autobiographisch von dem früheren Beruf des Autors als US-Grenzschützer an der mexikanischen Grenze erzählt. Es erzählt davon, dass unter anderem viele Schlepper und Schleuser Mexikanern eine Menge Geld abknöpfen, damit diese dann womöglich in die USA gelangen können. Es handelt auch von Drogenkurieren, Korruption und großer Gewalt, die in einigen Teilen Mexicos herrscht. Und es handelt auch davon, nachdem nämlich der Autor dann einmal die andere Seite kennengelernt hat, dass es für Menschen sehr schwer sein kann, durch eine fast unüberwindliche Grenze getrennt zu sein.

Der Eindruck nach diesem Buch ist der, dass es aktuell ohnehin nicht allzu leicht ist, von Mexiko aus in die USA zu kommen.

Was aber der Fall ist, ist wohl die Tatsache, dass ein Staat seine Grenzen schützen können muss, will er nicht aufhören, ein Staat zu sein.

Ob es aber eine durchgängige Mauer über 2000 Meilen hinweg sein müsste, ist wohl nach wie vor dahin gestellt. Grenzschutz ja, aber eine Mauer würde ja nicht ohne weiteres die Grenze schützen, sondern nötig wären zudem auch Grenzschützer, die an dieser Mauer patrouillieren. Und nach der Lektüre dieses Buches wirkt es zumindest auf mich so, als ob dies bereits ohnehin geschehen würde.

Auch die Demokraten wollen ja eine geschützte Grenze, der Streit ist aber an besagter Mauer entflammt, die, wenn ich das richtig in den Medien mitbekommen habe, von Trump auch schon zu einem stärkeren Zaun heruntergestuft wurde.

Da die Mauer aber ein politisches Versprechen des US-Präsidenten war, hängt er so stark daran. Ansonsten könnte man sich inhaltlich sicherlich auf den Grenzschutz einigen, der ja eben bisher besteht, den man dann aber intensivieren könnte.

Herr Trump sagte sinngemäß, dass viele verbrecherischen Aktivitäten von der mexikanischen Grenze herüberkommenund dann die Bürger in den USA bedrohen würden. Nun ist das sicherlich nicht völlig aus der Luft gegriffen, gilt doch Mexiko derzeit als das Land, in dem durchschnittlich etwa 2 Menschen pro Stunde ermordet werden.

Andererseits ist es ja auch immer gut, mal ins eigene Land zu schauen, aus der Sicht von Donald Trump also in die USA. Unabhängig von der ganzen Grenzdebatte wäre es so sicher hilfreich, einmal zu überlegen, wie die etwa 30.000 Toten jedes Jahr in den USA, welche Schusswaffen zum Opfer fallen, reduziert werden könnten. Hier müsste man sicher an der mächtigen NRA, der national rifle association, der Lobbygruppe für alle, die gerne eine Waffe haben und auch schießen, ansetzen. Denn deren Vorstellung, dass es keine bösen Waffen gebe, sondern nur die Täter böse seien, ist ja doch ein wenig naiv und klammert die Tatsachen aus.

Vielleicht könnt ja Trump sich mit den Demokraten auf einen verstärkten Grenzschutz einigen, sein Thema der inneren Sicherheit dann aber auf die vielen Schusswaffentote verlagern, deren Zahl ja durchaus nicht ganz unbeachtlich ist.

Aber ich glaube nicht, dass er mich fragt oder theolounge liest. Schade eigentlich.

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