Buchpreisbindung

In Deutschland gibt es die sogenannte Buchpreisbindung, das heißt, ein Buch kann nicht grenzenlos billig angeboten werden, sondern muss einen gewissen Preis haben.

Manche Leute stört das vielleicht, weil sie sagen, das sei doch nur Papier. Ein ganzes Buch würde vom Material her vielleicht zwanzig Cent kosten. Soll man dem Autoren doch zwanzig Cent geben und gut ist es. Oder es sich gleich einfach kopieren und es kommt vielleicht sogar billiger, wenn man es beispielsweise einfach nur abfotografiert.

Denken wir die Sache mal mit ein paar anderen Berufen durch.

Ein Architekt beispielsweise produziert, nachdem er mehrere Monate oder vielleicht auch Jahre ein Projekt geplant hat, ein paar Pläne aus Papier, heute vielleicht digital. Und dann noch eine Ausschreibung. Materialkosten vielleicht hier, je nach Projektgröße, zwischen 1 und 5 €.

Oder ein Lehrer. Er steht in der Klasse und sagt ein paar Worte und ab und zu macht er noch ein Tafelbild. Materialpreis der Kreide vielleicht 1 € übers Jahr gerechnet.

Oder ein Pilot. Er sitzt im Cockpit gemütlich, trink mal einen Kaffee und ab und an drückt er mal einen Knopf, lenkt ein wenig und gibt zur rechten Zeit Gas oder bremst.

Oder ein Busfahrer. Ebenso, ab und zu mal ein bisschen lenken, Gas geben und bremsen.

Oder ein Arzt. Er schaut mal kurz auf den Körper, horcht ein bisschen hier und dort und schreibt dann ein Medikament auf. Materialkosten ein paar Cent.

Oder ein Banker. Er steht am Tresen und nimmt Einzahlungen entgegen, manchmal redet er auch ein bisschen. Materialkosten zu vernachlässigen.

Wer also meint, Bücher solle es praktisch für umsonst geben, sollte das konsequenterweise eigentlich auch auf die anderen Berufe übertragen.

Und wenn man dann mit den Berufen kein Geld mehr verdienen kann, steht in den Büchern auch nichts mehr als leere Worte drin, drückt ein Pilot wirklich nur noch Knöpfe, ohne dass dies einen Sinn ergibt, schreibt ein Arzt irgendetwas auf ein Medikament, ohne eine Ahnung zu haben.

So ist es, wenn man nur die Materialkosten berücksichtigt. Ach ja, das gilt übrigens auch für den Journalismus. Wer meint, es reiche, online ein wenig zu lesen und das solle dann auch durchweg umsonst und kostenlos sein, kann andererseits nicht erwarten, dass die Medien Journalisten einstellen und unterhalten.

Drum, kaufen Sie Ihre Bücher und abonnieren Sie eine Zeitung. Denn es geht nicht um den Materialpreis, sondern um das, was drauf steht. Und es geht darum, dass das, was dort geschrieben steht, eine gewisse Qualität hat. Heute und vor allem auch morgen noch.

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