Von Bodenschätzen, Erdöl und Diamanten

Vorhin sprach ich mit einer Person, die der Geologie und Geographie kundig ist. Und ich erfuhr Dinge, über die ich eigentlich nie so tiefer nachgedacht hatte, die aber durchaus nicht ganz unwissenswert sind.

Eigentlich weiß man es ja. Was Kalkstein ist. Er besteht aus Kalk. Wenn dieser Kalkstein aber aus der Gegen stammt, in der in grauer Vorzeit ein Meer darüber war, dann entstand er so, dass einzelne Fische, Muscheln und andere Tiere nach ihrem Ableben auf den Meeresgrund sanken und dort ihr Kalkgerippe übrigblieb. Gräten, Muschelgehäuse und ab und zu vielleicht auch mal ein Mammut, der ins Meer gestolpert war.

Kalkstein besteht somit eigentlich aus ehemaligen Lebewesen.

Und wenn man diesen Kalkstein dann sehr stark presst über viele Millionen Jahre, dann entsteht etwas aus heutiger Sicht recht Wertvolles daraus, nämlich Marmor.

Ich frage mich, ob Menschen, die auf ihrer Marmorterrasse stehen oder auf den Marmorfliesen in ihrem Bad, sich dieser Tatsache bewusst sind, dass sie eigentlich auf Fischgräten und Mammutknochen herumlaufen, in gepresster Form.

Aber die Marmorlobby ist in dieser Hinsicht ja recht verschwiegen.

Wenn Lebewesen irgendwann nicht mehr leben, wird zudem der in ihnen gebundene Kohlenstoff ja auch wieder frei. In einer Metamorphose entstehen aus Lebewesen dann Dinge wie Erdöl, wenn man aber beispielsweise Kohlenstoff noch ein paar Millionen Jahre ruhen lässt und dabei auch stark unter Druck setzt, entstehen Diamanten.

Vielleicht könnte das ein Anreiz sein für all diejenigen Politiker, die weiterhin Erdöl in die Umwelt hinauspulvern. Möglicherweise wäre es doch lukrativer, einfach noch eine Zeit zu warten und dann auf gigantischen Diamantenvorkommen zu sitzen.

3 Comments

  1. Nun ja, vermutlich wird aus dem Erdöl kein Diamant, denn zum möglichst reinen Kohlenstoff muss hohe Temperatur und ordentlich Druck – Daher sind ehemalige Volkanschlote die besten Quellen für den Edlen Stein….. ein anderer Gedanke dagengn was den fossilen Kohlenstoff anbetrifft finde ich viel spannender. Es geht ja die Legende, dass der Teufel oder Dämonen in der tiefe der Erde sitzen, im Blick auf den fossilen Kohlenstoff könnte das durchaus stimmen.
    Denn das dort unten ist ja im Prinzip gebundenes atmosphärisches CO2 aus der Urzeit, vor allem aus dem Tetitis und dem Karbon, als die Luft mit teilweise über 3% Co2 und sehr geringem O2 Anteil für Landlebewesen fast nicht zu atmen war. https://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffdioxid_in_der_Erdatmosphäre – (es brauchte massenan Pflanzen und Fotosynthese und das Abschließen der Pflanzen- und Bakterienreste in Sümpfen und Sedimenten und damit die Fixierung des fossilen CO2 in den Tiefen der Erde. Das hat unser Leben erst möglich gemacht. Dort unten ruht also im wahrsten Sinne eine für uns dämonisch tödliche Macht der Urzeit, die wir gerade wieder entfesseln, wenn wir nicht endlich in regenerativen Kreisläufen denken und leben.

  2. Es rührt mich sehr. Da sind Menschen, die geologische Zeitdimensionen, in diesem Falle die mineralischen Ressourcen

  3. Es rührt mich sehr. Da sind Menschen, die geologische Zeitdimensionen in sich spüren, obwohl sie offensichtlich dieses Fach nicht studiert haben. Das folgt meiner Begeisterung und letztlich der Frustration über die künftigen Existenzgrundlagen der Menschheit (insbes. Süßwasser und fruchtbare Böden). In der Tat sind alle Ressourcen letztlich beschränkt. Das war und ist der einzig beweisbare Grund, weshalb insbes. die USA seit fast 200 Jahren Hunderte von „Wirtschaftskriege“ angezettelt haben. Foraminiferen der Kreidezeit, in deren Formationen sich heute einiges Erdöl befindet, kann das egal sein. Nicht aber den heute lebenden Menschen. All diese fortgesetzte imperialistische, räuberische Aneignung der Bodenschätze (seien es seltene Erden, Phosphat, Kupfer, Gold, Erdöl oder Diamanten – diese Liste ist lang), ist nahezu einziger Grund ständig propagandistisch vorbereitete Angriffskriege zu führen, und er kostet von Nahost, Chile bis Venezuela Millionen Menschen das Leben. Auch das ist Geologie, wie ich sie begriffen habe, und ich hatte dabei sicher nicht nur konservative Lehrer.

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