Die Fliegerbomben zu München

Im Rahmen von Bauarbeiten wurde heute in der Infanteriestraße in München eine Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg gefunden und sie wird, nachdem um 18 Uhr das Gebiet evakuiert wurde, in diesen Minuten, ab 20 Uhr nämlich, planmäßig entschärft, ein Kriegsgerät von 250 kg. Dann abends gleich die nächste Meldung, eine weitere Fliegerbombe wurde gefunden, in München Freimann, die wohl am Mittwoch entschärft werden soll. Hoffen wir mal, dass die Entschärfung in beiden Fällen gelingt und niemand zu Schaden kommt.

So hat jeder Krieg seine eigene Erbsünde, vermacht er doch der Nachwelt und den Menschen, die überhaupt nichts dafür können, seine Last. Einerseits die moralische Bürde, die zu tragen das deutsche Volk verpflichtet ist und die zu tragen sicherlich auch sinnvoll ist. Andererseits dann solche explosiven Sprengkapseln, die irgendwo in München noch herumliegen. Wenn ich mich recht entsinne, gibt es eigentlich etwa jedes Jahr mindestens einmal die Meldung, dass irgendwo eine Fliegerbombe im Raum München gefunden wurde.

Wo wir die Vergangenheit schon nicht ändern können, könnten wir aber zumindest den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft richten. Und an dem europäischen Haus weiterbauen, so dass all die europäischen Länder, die heute in der EU vereint sind, dies auch weiterhin bleiben und nicht durch Populisten jeglicher Couleur wieder in einzelne Staaten zerteilt und zerstückelt und zerhackt werden, denen dann, sobald es wieder einzelne Staaten wären, auch sogleich einfiele, miteinander zunächst nur in wirtschaftliche, dann aber auch in kriegerische Konkurrenz zu treten. Und das würden sie. Nicht morgen vielleicht, aber übermorgen, wenn sie nämlich wieder ein Feindbild bräuchten. Und Feindbilder findet man am besten außerhalb des eigenen Staates, denn dann braucht man sich nicht um die eigenen Belange und Missstände zu kümmern.

Die europäische Union ist zwar originär ein Wirtschaftsraum, aber auch ein moralischer Überwurf über all die Länder, die sich in ihr wiederfinden. Ein Verband von Staaten, der den Diskurs braucht, bei dem aber immer der Gedanke hochgehalten werden sollte, dass dieser Staatenverbund die kriegerischen Auseinandersetzungen durch Geldfluss und gegenseitige Unterstützung abgelöst und unnötig gemacht hat. Wenn das mal keine gute Nachricht ist. Vielleicht eine der besten Nachrichten seit 1945, seit Ende des zweiten Weltkriegs. Wo andere Länder auf der Welt noch im Krieg leben oder wieder in den Krieg hineintrudeln, herrscht in Europa Frieden. Seit vielen Jahrzehnten. Wie cool ist das denn. Aber keine Selbstverständlichkeit: wenn die Bürger eines Landes einmal die falsche Partei an die Macht wählen und bringen und diese Partei dann die Demokratie stückweise beseitigt, kann sich eine Maschinerie in Gang setzen, die nicht mehr zu stoppen ist.

Die Freiheit ist ein hohes Gut, das aber flüchtig ist. Mündige Bürger müssen sie verteidigen, indem sie Zivilcourage zeigen und indem sie zur Wahlurne gehen. Dann wird der Frieden wohl weitergehen. Das wäre doch eine gute Nachricht in der Weihnachtszeit, welche ja christlich gesehen ohnehin eine gute Nachricht transportiert. Doppelt gut hält länger.

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