Soll die Schule digital werden?

In der Bundespolitik ist gerade ein Bildungspakt das Thema, genauer gesagt ein Digitalpakt. Das Grundgesetz solle nach Möglichkeit so geändert werden, dass der Bund auch die Schulen der einzelnen Bundesländer finanzieren kann, um die Digitalisierung in Schulen voranzutreiben.

Einerseits sicher eine gute Sache.

Andererseits ist es so, dass praktisch jeder Schüler ohnehin ein Smartphone hat. Wenn denn also die Digitalisierung an Schulen vorankommen sollte, wäre es sicher gut, wenn man dort Rechner oder Tablets bekäme, die dann auch so schnell hochfahren, dass man arbeiten kann, bevor der Unterricht vorbei ist.

Naja, und ein Tablet oder Laptop machen auch noch keinen Sommer. In einer Klasse zu unterrichten, in denen alle an Tablets daddeln oder an Laptops sitzen, heißt auch, zu verhindern, dass jeder da gerade das macht, was ihm so in den Sinn kommt. Spiele spielen, chatten, Facebook, Instagram und so weiter.

Aber im Prinzip, sollte das Ganze gut umgesetzt werden, eine nicht ganz dumme Initiative. Wozu muss man heute noch Schulhefte in die Schule schleppen, die, sofern man sie verliert, dann tatsächlich auch weg sind? Besser wäre eine cloud-basierte Lösung, bei der die Daten erhalten bleiben.

Und, vielleicht könnte man auch Schulbücher digital auf seinem Tablet oder Laptop haben. Wobei hier gleich die Frage ist, ob das nicht ziemlich unübersichtlich wird. Denn einerseits soll man vermutlich lesen und Bilder betrachten, andererseits aber dann auch wieder schreiben, wozu man ja einen großen Bildschirm bräuchte, der aber andererseits aus Kostengründen und in Bezug auf die Akkuleistung auch nicht zu groß sein sollte. Ein bisschen die Quadratur des Kreises. Man braucht also einen großen kleinen Bildschirm.

Nun ja, lassen wir uns mal überraschen.

Digital ist sicher eine gute Idee, die Umsetzung ist aber wahrscheinlich doch ein längerer Prozess. Es wird nicht damit getan sein, dass verschiedene Schulklassen einfach Tablets haben. Man muss dann auch entwickeln, wie man sinnvoll damit arbeiten kann.

Aber im Land der Dichter und Denker wird das schon irgendwie möglich sein. Und falls nicht, kann man darauf zumindest noch Goethe lesen, allerdings dann nicht mehr in dem hübsch gelben Reclam-Einband. Schade eigentlich, aber andererseits auch eine Erlösung.

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