Manchmal, oder: die beste aller möglichen Welten?

Manchmal ist nicht alles optimal im Leben.

Dann lebt man eben.

Der deutsche Mathematiker, Historiker und Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz formulierte im 18. Jahrhundert den Gedanken, dass Gott die beste aller möglichen Welten erschaffen habe.

Dies ist allerdings dynamisch gedacht. Nicht der Zustand, in welchem wir hier und heute und aktuell die Welt vorfinden, ist bereits der bestmögliche, sondern derjenige, der durch die Menschen erreicht werden kann.

Deswegen: immer heiter weiter. Machen wir die Welt ein bisschen smarter und fangen am besten gleich bei uns persönlich an. Denn das ist weitaus schwerer, als klug über die große Politik zu sinnieren. Schade eigentlich, denn man hätte so kluge Gedanken, wie irgendwelche Politiker irgendwas doch bitte machen sollten. Die Sache dabei ist aber die, dass wir dann selber nur klug auf der virtuellen Beraterbank sitzen und nichts tun müssen, außer ein bisschen kluge Ratschläge hinaus in die Welt tröpfeln zu lassen. Aber an uns selber zu arbeiten ist ja weitaus unangenehmer. Wer verändert sich schon gern und versucht neue Pfade. Genau. Drum ist die Welt derzeit noch nicht die beste aller möglichen Welten. Kann noch ein paar Momente dauern, bis es soweit ist.

In dem Zusammenhang noch eine theologische Ergänzung, auf die mich Josef Bordat hingewiesen hat, dass man nämlich den theologischen Unterbau von Leibniz nicht unerwähnt lassen sollte, wie ich es oben schnell mal getan habe. Josef hat ihn hier gut zusammengefasst:

Das Ding ist zunächst folgendes: Die Welt ist für Leibniz die „beste aller möglichen Welten“, weil Gott nur die beste auswählen konnte, denn wenn er eine bessere Möglichkeit nicht hätte erkennen können, wäre er nicht allwissend; hätte er sie erkannt, aber nicht verwirklichen können, wäre er nicht allmächtig, und hätte er sie zwar erkannt und auch erschaffen können, aber nicht erschaffen wollen, wäre er nicht gut. Im übrigen widerspräche er dann dem eigenen Prinzip des Besten.

Den Menschen als endliche rationale Wesen konnte Gott im Rahmen der Schöpfung keine Vollkommenheit zubilligen, er, der Mensch, ist dem malum metaphysicum als einer natürlichen Begrenzung des Geschaffen unterworfen, aus dem sich dann die physischen Übel (malum physicum), die Leiden, und die moralischen Übel (malum morale), die Sünden, ergeben.

Bedeutsam ist hierbei der Unterschied zwischen schaffen und zulassen: Nach Leibniz hat Gott das Übel nicht geschaffen, sondern zugelassen (permis), weil es im Plan der besten Welt notwendig enthalten war. Der Mensch hat darin keine Vollkommenheit, wohl aber Vervollkommnungsfähigkeit (perfectibilitas). So, und das sorgt dann für eine bestimmte „Dynamik“, die insofern einer Verbesserungsfähigkeit der Welt entspricht, als sie die vorhandenen Übel, die in der schöpfungstheologisch bestmöglichen Welt nun mal vorhanden sind / sein müssen, auch noch beseitigt.

Man kann bei Josef Bordat auch noch genauer nachlesen unter folgendem Link.

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