Macht Geld, macht mehr Geld!

Ich meine hier nicht eine Aussage von Ron Hubbard, dem Sektengründer der Scientology-Sekte, deren vorderstes Ziel es wohl ist, das Geld der Führungsriege zu vergrößern unter dem Vorwand, die Menschen angeblich mit teuren Psychokursen zu befreien, und wenn sie die höchste Stufe erreicht hätten, könnten sie angeblich auch fliegen, Kraft ihrer Gedanken.

Nein, das meine ich hier nicht. Ich meine einen Bekannten von mir, den ich dergestalt in Erinnerung habe, dass er auf einer Party zu einem Freund von mir kam mit der Frage: „sag mal, was verdienscht denn?“

Eine Antwort bekam er nicht, denn der Freund fand das etwas übergreifend und persönlich.

Dieser Bekannte beriet vor einiger Zeit seinen Sohn in Bezug auf Studiengänge und sie schauten sich die Studiengänge durch, immer mit der Frage, mit welchem Studium man am meisten Geld verdienen könne. Nicht etwa, welches Studium zu einem selbst passe, welches einem vielleicht ein erfülltes Leben gebe und einen gewissen Sinn für einen selbst mache, sondern welches einen reich mache.

So befremdlich das einem erstmal erscheinen kann, warum auch nicht. Wenn jemand eine Arbeit tut, warum dann nicht eine, bei der er auch gut verdient.

Allerdings ist die Frage, wie es denn ist, wenn man eine Arbeit tut, die mit einem selbst recht wenig zu tun hat, auch, wenn sie einen vielleicht reich macht.

Wenn es gut läuft und man extrem gut geregelte Arbeitszeiten hat, arbeitet man jeden Tag acht Stunden und hat noch eine Stunde Mittagspause. In besser bezahlten Jobs ist das mit den 8 Stunden jedoch schnell Makulatur und man arbeitet wesentlich mehr.

Man verbringt also den Großteil des Lebens in einer Arbeit, die man nicht macht, weil man sie vielleicht mag oder sie einem irgendetwas gibt oder mit der eigenen Identität etwas zu tun hat, sondern in einer Arbeit, die man macht, um möglichst viel Geld zu verdienen.

Man spekuliert also darauf, dass nach abgeleisteter Arbeitszeit das Geld einem die Freiheit geben möge, die man auch in der Arbeit gerne hätte, dort aber nicht finden kann. Denn das Ziel ist im Grunde Freiheit, das Ziel ist aber auch Statusgewinn: die anderen Menschen in der Gesellschaft sollen glauben, man habe es geschafft und sei irgendwie etwas Besonderes.

Besser finde ich jedoch den Ansatz, wenn man selber glauben könnte, man sei etwas Besonderes und habe es geschafft, weil man nämlich eine Arbeit tut, die man gerne macht und mit der man sich identifizieren kann, weil man darin einen gewissen Sinn sieht.

In sozialen Berufen ist dies oft der Fall, wenn Leute beispielsweise Erzieher werden, Pädagogen, Psychologen. Aber auch in anderen Sparten geht das gut, beispielsweise in der Medizin, vielleicht sogar in der Architektur, wobei ich dies etwas kritisch sehe, ich selber sah in der Maschinerie eines Architektenbüros unter Zeitdruck, großer Jobunsicherheit und mit wenig Geld nämlich keinen allzu großen Sinn.

Darum kommt es im Leben wohl auf zweierlei an.

Es ist sicher richtig, sich zu überlegen, mit welchem Beruf man sein Leben auch sichern kann, deswegen ist die Eingangsfrage nicht ganz von der Hand zu weisen, mit welchen Berufen man auch gut Geld verdienen kann.

Gut wäre es aber, wenn dieser Beruf für einen selbst dann auch einen gewissen Sinn machen würde, denn zu viel Lebenszeit verbringt man in ihm. Dann könnte die Arbeit nämlich tatsächlich Beruf sein, also etwas, zu dem man sich berufen fühlt.

Schon klar, das geht sicher nicht für alle Menschen, denn nicht jeder hat die Wahlmöglichkeit, die er gerne hätte. Viele Leute in unserer Gesellschaft allerdings haben sie heutzutage glücklicherweise aber doch.

Bevor man tagtäglich etwas macht, was einen innerlich aushöhlt, ist es sinnvoll, zu überlegen, was man denn sonst noch mit seinem Leben sinnvolles anstellen könnte, gerade auch in Bezug auf die Arbeit.

Denn man kann doch nicht glauben, dass man viele Stunden jeden Tag eine Arbeit macht, die einen vielleicht innerlich komplett aushöhlt und überhaupt nicht berührt, und dann könnte man abends aus der Arbeit oder dem Büro herausgehen, und ein komplett anderer und fröhlicher und interessanter Mensch sein.

Nein, die Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens und man sollte sie nach Möglichkeit so gestalten, dass man sich selbst in ihr verorten kann und sie für einen Sinn macht.

Denn das Leben ist zu kurz, als dass man so leben dürfte und könnte, als wäre alles okay, wenn man erstmal die Rente erreicht hätte. Und wer weiß, ob man sie überhaupt erreicht.

Drum, heute soll man leben, das Morgen planen, aber darauf acht geben, dass die eigene Seele keinen Schaden nimmt.

Was nützte es dem Menschen, wenn er reich wäre, vielleicht sogar sehr reich, dabei aber die Seele Schaden nähme?

So fragte schon Jesus.

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