Evangelischer Kirchentag: weshalb die AFD nicht geladen ist

Mal bisschen gegen Ausländer hetzen, Fremdenfeindlichkeit und Fremdenhass schüren, von angeblicher Überfremdung schwafeln? Warum bekommt die arme AFD kein Podium auf dem Evangelischen Kirchentag?

Weil ihre Politiker in der Regel die Intoleranz verkörpern. Der Kirchentag dagegen steht für gelebte Toleranz. Christen stehen für Werte wie Empathie, Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, AfD-Politiker in der Regel für das genaue Gegenteil.

Der Kirchentag ist keine Politikveranstaltung, wo man diese Werte einfach mal diskutieren und zur Disposition stellen könnte: Sind wir nun für oder gegen Mitmenschlichkeit? Ist Nächstenliebe wirklich so gut, oder sollen wir lieber Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken lassen? Sollten wir mitmenschlich vielleicht nur Deutschen gegenüber sein, Ausländern gegenüber jedoch nicht? Haben Ausländer vielleicht einen geringeren IQ, sind die Deutschen vielleicht die heimliche Herrenrasse?

Nein. Und deswegen ist der evangelische Kirchentag auch kein Ort für AfD-Politiker, die dort auf der Bühne sprechen dürften.

Menschen, die vielleicht die AFD gewählt haben oder es tun, sind natürlich willkommen, wie alle anderen Menschen auch. Aber radikalen und intoleranten Politikern eine Bühne zu bieten, wäre ein fatales Signal. Hieße es doch, dass die christlichen Werte zur Diskussion stünden. Und nein, das tun sie nicht.

Und ein Gedanke noch. Würde man den intoleranten Menschen mit Toleranz begegnen, hätte man schnell keinen Boden mehr unter den Füßen. Denn Toleranz kann man nur aufbringen bei Menschen, die die Grenzen anderer Menschen respektieren. Das ist nämlich die Grundvoraussetzung für Toleranz: du denkst vielleicht anders, als ich, aber du respektierst meine Grenzen, drum will ich auch deine Grenzen und deine anderen Ansichten respektieren.

Eine Partei aber, die für sich absolute Redefreiheit beansprucht und dann andererseits immer in der Schmollecke verschwindet, wenn jemand anders dann auch mal reden möchte, eine Partei, die anderen Menschen die Redefreiheit verbieten möchte und beispielsweise dazu aufruft, Lehrer zu denunzieren, welche sich kritisch über einige Punkte im Parteiprogramm der AFD äußern, und so versucht, die Kritik an menschenverachtender Politik im Keim zu ersticken, eine solche Partei möchte die Redefreiheit nur für sich. Für andere soll sie nicht gelten.

Wer anderen Menschen aber die Rechte absprechen will, die er für sich selber einfordert, darf nicht auf Toleranz hoffen.

Jemand, für den es irgendwie okay ist, wenn andere Menschen im Mittelmeer ersaufen, nur, damit er selber sich besser fühlt und nicht mehr so unter einer fiktiven Überfremdungsangst leidet, darf nicht auf Toleranz hoffen und darauf, seine menschenverachtende Propaganda auch noch von einem Podium posaunen zu dürfen.

Wenn jemand sich so verhält, darf ihm in dieser Hinsicht keine Toleranz entgegengebracht werden, denn er würde sie überschreiten und zertreten und am Schluss gäbe es nur noch eines: seine Intoleranz.

Wer Intoleranz predigt, dem darf man keine Toleranz entgegenbringen. Denn er kennt nur seine eigenen vermeintlichen und ins Unendliche gesteigerten Rechte, die Rechte anderer Menschen sind ihm egal.

Kein Fußbreit Kirchenboden für die AfD – Politik – Süddeutsche.de
https://www.sueddeutsche.de/politik/aussenansicht-mit-rechten-zu-reden-hat-grenzen-1.4159532

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