Instagram und so

Manchmal wundert man sich über Leute. Besonders auf Instagram. Auch, wenn man sie gut oder vielleicht meinetwegen nur entfernt kennt und sie normalerweise ja recht normal wirken.

Normalerweise. Bis zu dem Zeitpunkt, wo sie irgendwas aus ihrem Smartphone auf Instagram posten.

Es gibt da nämlich die einen, die offenbar in einer Schwarz-weiß-Welt leben, denn die Mehrzahl ihrer Fotos muss ohne jeden Farbklecks auskommen.

Andere leben in einer pastellfarbenen Welt, die Fotos immer leicht ausgebleicht, Art Deco Style, jedoch mit einem wachsartigen Filter drüber.

Wieder andere verkehren offenbar nur in exklusiven Restaurants und essen dort die erlesensten Speisen, scheinbar mehrfach täglich, die sie dann auch immer sogleich wieder in die Runde schicken und auf likes warten. Ob sie ein Leben jenseits des Essens haben, ist des öfteren unklar.

Und dann gibt es noch Mädels, die offenbar an einem imaginären Schönheitswettbewerb teilnehmen und wie zufällig, jedoch perfekt geschminkt, mit Lippenstift, Eyeliner und Lidschatten sowie gepuderten Wangen in die Kamera schauen, verträumt und ohne dass sie wüssten, dass ihr Freund sie gerade nun schon zum 20ten Mal knipst, wobei die Fotos dann selbstredend nachbearbeitet werden und das beste von ihnen es letztlich auf Instagram schafft. Und besagte Mädels dann eine ganze Menge von Hashtags angeben, damit sie auch unbedingt gefunden werden. Der Freund möchte man eigentlich nicht sein, es sei denn, die auf den Fotografen reduzierte Rolle gefiele einem.

Und dann gibt es noch die Liebhaber der Sonnenuntergänge und -aufgänge, welche in einer Welt voller Sonnenauf- und Untergänge zu leben scheinen.

Zu guter Letzt gibt es dann vereinzelt noch so Typen wie mich, der schon auch mal ein Essen geknipst hat, allerdings nicht bei Käfer oder bei Schuhbeck, der auch schon mal einen Sonnenuntergang gepostet hatte, allerdings nicht 365 davon, mich, der auch schon mal ein Schwarz-Weiß-Foto dort hinterlassen hatte, wenngleich ich Schwarz-Weiß-Fotos eigentlich immer tendenziell etwas langweilig finde, weil mir die Farbe fehlt, und mich, der ich mich selber auch schon mal abgelichtet habe, jedoch in der Tat ziemlich zufällig, und natürlich ungeschminkt und ohne Rouge und Lidschatten, wäre ja auch ziemlich albern bei mir.

Ich bin auf Instagram irgendwie schon ziemlich retro, glaube ich. Vielleicht bin ich zu wenig Narzisst für dieses Medium. Stattdessen gibt’s von mir jetzt ein hübsches Foto einer hübschen Kuh, auf einem Gras, so grün, wie es in der Natur wohl gar nicht vorkommt. Mit Filter und allem Schnickschnack. Geht doch.

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