Was verbindet Linksextreme und Rechtsextreme?

Rechtsextreme Menschen sind auf der Suche nach Identität. Das, was sie in ihrer Familie nicht finden konnten, eine verlässliche und emotionale Geborgenheit, projizieren sie auf den sogenannten „gesunden Volkskörper“, der zwar eine reine Ideologie und Phantasie ist, dem aber unterstellt wird, die Funktion einer großen Familie, in der jeder wisse, was er tun solle, zu übernehmen und in der auch jeder, der dazu gehöre, geachtet und gewertschätzt sei. Gerne könne beispielsweise einen Herr Gauland oder auch sonst jemand aus diesem Lager die Führung im Staate übernehmen und einem jeden sagen, was genau er zu tun und wie er zu ticken und wen er zu hassen und abzulehnen habe.

Durch die Erzeugung einer Gruppe, die man ablehnen müsse, beispielsweise Flüchtlinge, zu NS-Zeiten Juden, heutzutage Moslems, wird andererseits innerhalb rechtsextremer Gruppen ein starkes Wir-Gefühl erzeugt, also das zutiefst benötigte und ersehnte Identitätsgefühl hergestellt.

Der rechtsextreme Mensch ist auf der Suche nach Identität und Geborgenheit, seine Individualität hingegen macht ihm Angst und sie sucht er zu minimieren. Die Suche nach Identität wird sogar bisweilen offenkundig in der Bezeichnung der jeweiligen Gruppe, wie beispielsweise der „identitären Bewegung“.

Beim Linksextremen ist es genau umgekehrt. Er rebelliert wie in der Pubertät, allerdings nicht mehr gegen die Eltern, die ihm sagen, was zu tun sei, sondern gegen den Staat, der für ihn imaginär an die Stelle der Eltern getreten ist. Immer dagegen sein, ist sein Motto. Die Individualität wird absolut groß geschrieben, so groß, dass vergessen wird, dass diese auch die Grenzen anderer Menschen überschreiten und ihre Lebensmöglichkeiten einschränken kann.

Gemeinsam ist beiden Gruppen, dass sie eigentlich die Entwicklungsaufgaben in ihrer Jugend nicht positiv lösen konnten und irgendwie in der Pubertät stecken geblieben sind.

Die einen, die Rechten, sehnen sich nach einer vermeintlich heilen Kindheit, die sie vermutlich nicht hatten, und wollen, dass der Staat diese Rolle nun übernimmt, und zwar für alle und so autoritär, dass eine Harmonie gezwungenermaßen hergestellt werde. Die Linken dagegen haben den Protest und die Ablösung von den Eltern in der Pubertät nicht geschafft und versuchen nun, sich vom Staat zu lösen, anstelle von den Eltern.

Was könnte man dagegen tun?

Man müsste beiden Gruppen begegnen in einem Alter, in dem es darum geht, die altersspezifischen Entwicklungsaufgaben positiv zu bewältigen. Ablösung von den Eltern einerseits, Aufbau einer Peergroup bzw eines eigenen Freundeskreises andererseits und zudem das Vorfinden von Akzeptanz und Geborgenheit innerhalb eines Familienkreises, oder, sofern es sich um eine dysfunktionale Familie handeln sollte, Geborgenheit innerhalb einer Krippe, eines Kindergartens, einer Schule.

Frühkindliche Bildung und Erziehung ist hier das Mittel der Wahl, und zwar Herzensbildung wie auch intellektuelle.

Die Extremisten auf beiden Seiten sind auf der Suche nach Akzeptanz und versuchen, diese durch Gewalt zu erreichen, was immer nur scheitern kann.

Die Rechten wollen eigentlich von den Eltern geliebt werden, die Linken wollen von sich selbst geliebt werden und die Abnabelung von den Eltern schaffen.

Viel wäre gewonnen, wenn sie in dem Alter, in dem sie noch zugänglich waren bzw sind für diese Themen und händeringend und herzzerreißend danach suchen und sich einerseits nach Geborgenheit, andererseits nach Abnabelung sehen, die Hilfe bekämen, die sie bräuchten. Von Sozialarbeitern, Streetworkern, Lehrern, Erziehern und so weiter.

Denn die Kinder von heute sind die Bürger von morgen. Wer in die Bildung und die Erziehung investiert, investiert in die Sicherheit des Staates und in die Sicherheit der Welt. Denn die Kinder von heute sind nicht nur die Bürger von morgen, sondern auch deren Politiker.

Deshalb ist eine Investition in Bildung die Garantie für Frieden im Staat und für Frieden in der Welt.

Wie dramatisch, dass es derzeit in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt, einen gigantischen Lehrermangel gibt. Man kann sich schon vorstellen, was morgen für Bürger an die Wahlurnen gehen, wenn die Kinder von heute einmal groß und zu erwachsenen Bürgern geworden sind.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lilli sagt:

    Warum sollen sich immer die anderen kümmern, seid ihr nicht Kirche?
    Jesus redete in einem Gleichniss von der Königlichen Hochzeit; —Dann sprach er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Gäste waren’s nicht wert.
    Darum geht hin auf die Strassen und ladet zur Hochzeit, wen ihr findet.
    Und die Knechte gingen aus auf die Strassen und brachten zusammen, wen sie fanden, Böse und Gute; und die Tische wurden alle voll. Matth 22. 8,9,10,

  2. Klar, man versucht natürlich, auf alle Leute zuzugehen.

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