Soll man automatisch zum Organspender werden?

In Deutschland gibt es ja gerade die Diskussion, dass jeder nach seinem Tod automatisch Organspender sein solle, es sei denn, er habe vorher widersprochen.

Das hat Vor- und Nachteile.

Die Vorteile sind natürlich, dass es auf einmal Spenderorgane in Hülle und Fülle und soviel man gerne möchte und gerade tragen kann gäbe, und man braucht eigentlich auch nur auf den nächsten Skandal zu warten, wo dann klar wird, dass Hinz und Kunz nach ihrem Ableben dann auch mächtig ausgeschlachtet wurden. Allerdings würde es andere Hinzens und Kunzens geben, die mit ein paar der Organe ein längeres Leben hätten. Insofern eine gute Sache.

Das Problem an der Sache ist jedoch, dass der Körper einem doch eigentlich selber gehört. Warum sich das nach dem Tod ändern sollte, ist völlig unklar und aus der Luft gegriffen. Deswegen scheint diese scheinbar so saubere Lösung keineswegs sauber zu sein. Eine bessere Aufklärung wäre vielleicht der richtigere Weg, um Menschen zur Organspende zu bewegen. Denn wenn Hinz und Kunz nach ihrem Ableben ausgeschlachtet werden dürfen, steht zudem zu befürchten, dass auch nicht immer unbedingt der absolute Tod eingetreten sein müsste vor der Ausschlachtung. Man könnte ja schon vorher mal bisschen beginnen. Aber wer will das schon?

Besser wäre es doch, wenn jeder Bundesbürger immer mal wieder einen Brief mit einer Infobroschüre zum Thema und der Aufforderung zur Organspende erhalten würde, zehn mal hintereinander, 20 mal hintereinander, mit der Möglichkeit, sich auch online zu registrieren oder ebenfalls wieder abzumelden. Aber das kostet Geld, viel Geld, und in Zeiten der Massentierhaltung ist man dran gewohnt, dass Fleisch ja sehr billig ist. Und das sollen Organe dann vermutlich auch sein.