Das muss reichen, dachte sich der Seenotretter

Das muss reichen, dachte sich der Seenotretter einer privaten Rettungshilfe, als er einen flüchtenden Menschen aus dem Mittelmeer auf sein Schiff genommen hatte. Ich kann doch nicht alle 20 an Bord nehmen, sonst stehe ich danach in Malta vor Gericht und habe nur Ärger am Hals.

Aus Sicht der 19 im Wasser verbliebenen und ertrinkenden geflüchteten Menschen war sein Gedankengang nicht ganz so leicht nachzuvollziehen. Andererseits sagten sie sich, naja, der will halt keinen Ärger, verständlich, dann ertrinken wir eben. Wir wollen ja auch keine Umstände machen. Eine sich im Wasser befindende Nichtschwimmerin, geflüchtet aus ihrer einst geliebten Heimat, versuchte vergeblich, die Problematik ihrem kleinen Kind, welches ebenfalls nicht schwimmen konnte, in der kurzen noch verbleibenden Zeit zu vermitteln, wenngleich sie dabei an gewisse Grenzen stieß. Nicht an die EU Außengrenzen, sondern an Verständnisgrenzen. Denn die EU Außengrenzen sollte sie und Ihr Kind niemals erreichen. Hier im Mittelmeer war dann Schluss. Und es war tief und kalt und hatte nichts von einem Sommerurlaub.

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