Sollen junge Menschen verpflichtend soziale Dienste tun müssen?

Aus Teilen der CDU kommt der Vorschlag, junge Menschen sollten doch, so wie früher beim Zivildienst, verpflichtend ein Jahr in sozialen Einrichtungen arbeiten sollen.

Das hat Vor- und Nachteile.

Der Pflegenotstand könnte so etwas eingedämmt werden, allerdings mit Menschen, die zwar zuerst sehr kostengünstig wirken, es aber überhaupt nicht sind. Wenn diese jungen Menschen nämlich ein Jahr früher mit ihrer Ausbildung fertig wären, würden sie der Gesellschaft finanziell sicher mehr bringen, als wenn sie in diesem einen Jahr als billige Pflegehelfer fungieren würden. Pflegehelfer. Denn richtig ausgebildet wären sie ja nicht. Und zum anderen wäre das Ganze ja auch nur der Versuch, irgendwo Kosten zu sparen. Sinnvoller wäre es doch und ehrlicher, wenn die deutschen Bürger mehr Geld für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung aufwenden würden. Denn sobald sie selber krank oder alt und krank sind, würden sie auch gerne gut verpflegt werden. Für null Kosten gibt es das aber nicht. Auch nicht, wenn man eine Art neuen Zivildienst einführt.

Gut an der ganzen Sache wäre, dass jeder junge Mensch verpflichtend einmal seine soziale Ader entdecken müsste und sich mit Menschen in krankheitsbedingten Situationen konfrontieren müsste. Die soziale Kompetenz im Lande könnte dadurch vielleicht steigen, die Verantwortung für andere, das Verantwortungsgefühl und die Empathiefähigkeit.

Was diesem hehren Ziel jedoch etwas entgegen läuft wäre die Verpflichtung zu solchen Diensten, die einige Menschen dann auch ableisten müssten, ohne es überhaupt zu wollen. Und wer möchte schon von einem Pflegehelfer gepflegt werden, dem seine Aufgaben zutiefst zuwider sind?

Besser wäre, die Pflegekräfte besser zu bezahlen, dann gäbe es auch keinen Pflegenotstand. Ebenso mit Altenpflegern. Und darüber hinaus Werbung zu machen für diese sozialen Berufe. Denn Freiwilligkeit ist in diesen Berufen das A & O.

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-08/dienstpflicht-cdu-zweifel-zulaessigkeit-union-opposition-karl-theodor-guttenberg

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