Flüchtlingsunterkünfte-visionäre Architektur: riesige schwimmende Inseln im Mittelmeer

Nehmen Sie mir bitte die folgenden Ideen nicht übel, sondern sehen Sie es als das, was es sein soll, nämlich eine temporäre Möglichkeit, um zu verhindern, dass weiterhin flüchtende Menschen im Mittelmeer sterben. Derzeit sind es nämlich wieder sehr viele.

Was machen mit Flüchtlingen?

Die nordafrikanischen Länder weigern sich, Flüchtlingszentren aufzubauen, in welche die Flüchtlinge zurückgeschickt werden können. Diejenigen Flüchtlingszentren in Libyen, die es bereits gibt, sind laut Amnesty International in Bezug auf die Menschenrechte hochproblematisch. Sklavenhandel, Prostitution.

Die Länder in Europa beteuern zwar, sich gegenseitig helfen zu wollen, sehen das aber so, dass andere bitte ihnen helfen sollten in Bezug auf Flüchtlinge und sie ihnen abnehmen sollten. Wenn es darum geht, dass Österreich beispielsweise Flüchtlinge aus Bayern zurücknehmen soll, folgt ein freundliches Nein. Ebenso bei Italien, Ungarn und im Grunde überall. Mehr oder weniger.

Dabei, und das ist das Drama, hätte Europa ja theoretisch genug Platz, um Millionen von Flüchtlingen aufnehmen zu können.

Allerdings würden dies die politischen Verhältnisse nicht überstehen, Populisten würden überall an die Macht kommen, und am Schluss würden Flüchtlinge in großem Maße wieder außer Landes befördert. Auch derzeit kann die EU zwar noch ohne allzu große Probleme weiterhin Flüchtlinge aufnehmen, aber der politische Wind und Wille dreht sich ja gerade.

Auch Afrika hätte natürlich Platz ohne Ende, aber es ist fraglich, ob dort Länder dazu bereit wären, Flüchtlingslager aufzubauen, die dann beispielsweise auch von der UN betreut und in Bezug auf humanitäre Standards überprüft werden würden.

Private NGOs dürfen im Mittelmeer kaum noch Flüchtlinge aufnehmen, was zur Folge hat, dass immer mehr Flüchtlinge neuerdings ertrinken.

Eine temporäre Lösung könnte nun visionäre Architektur sein.

Und zwar schwimmende Architektur. Künstliche, schwimmende Inseln, die nicht nur groß sind, nicht nur gewaltig, sondern riesig, gigantisch.

Sie könnten aus verschiedenen vorgefertigten Modulen zusammengesetzt sein und müssten so miteinander verbunden werden, dass sie einigermaßen starr sind, jedoch auch einem gewissen Wellengang Paroli bieten können. Ist eine Plattform groß genug, könnte sie ohne allzu große Probleme auch größere Stürme überstehen, sie würde lediglich ein wenig wanken, das wäre es dann aber wohl auch schon, vermutlich. Das müsste man überprüfen.

Derartige Plattformen wären nicht dazu gedacht, dort dauerhaft zu leben, aber sie könnten einen Zufluchtsort bieten für Flüchtlinge, denen es darum geht, vor Folter und Verfolgung zu fliehen. Solche Plattformen wären sicherlich dann kein attraktives Ziel für Flüchtlinge, bei denen die Armut der Grund zur Flucht ist. Aber sie wären ein Refugium, um dort in Sicherheit zu sein.

Die einzelnen Module dieser Insel könnten eine Art Container sein, die im Wasser schwimmen und miteinander verbunden werden, so dass eine große zusammenhängende Fläche entsteht. Obendrauf könnten vorinstalliert eine Art tiny-houses sein, also kleine Häuser, die alles beinhalten, was man zum Leben braucht, allerdings auf geringem Platz.

Es könnte dort zum anderen auch kleine Bildungseinrichtungen geben, Schulen, eine oder mehrere Krankenstationen und Versorgungseinrichtungen.

Eine derartige Insel könnte teilweise autark sein, sich beispielsweise den Strom aus Photovoltaik oder Windenergie, vielleicht auch aus Gezeitenenergie holen. Zum anderen müssten dort natürlich immer Versorgungsschiffe anlanden, um die Menschen dort mit Lebensmitteln auszustatten.

Solch eine Insel könnte im Mittelmeer in internationalem Gewässer verankert sein, was das Problem umginge, dass kein Land die Flüchtlinge haben will. Wie gesagt, es ist mehr als peinlich, dass dies immer mehr die Lage zu werden scheint, man kann hier auch die fehlende Empathie zu Recht bemängeln, aber dennoch braucht man ja eine Lösung.

Wenn man also solch eine Plattform aufbauen könnte, die vielleicht einige Kilometer lang und einige Kilometer breit wäre, könnte dies tatsächlich ein gigantisches Refugium für all diejenigen Menschen werden, die Zuflucht brauchen. Das Ganze könnte durch entsprechende Sicherheitsdienste so gestaltet werden, dass dort die Menschen auch tatsächlich frei von Kriminalität miteinander leben können. Und dann könnten dort tatsächlich auch noch Büros eingerichtet werden, in denen man seine Asylanträge stellen kann und dann hoffen und zittern muss, ob einen Europa oder ein anderes Land vielleicht aufnimmt.

Alles nicht so toll, aber es wäre zumindest eine temporäre Lösung, um zu verhindern, dass weiterhin Flüchtlinge wie heiße Kartoffeln hin und her geschoben werden, die dann am besten noch im Mittelmeer ertrinken. Und es könnten Flüchtlinge, die man aus Europa sonst abschieben würde, dorthin befördert werden, weil sie dort in Sicherheit wären. Auch nicht toll, aber besser beispielsweise als die australische Politik, wo Flüchtlinge, die ankommen, etwas Wasser und Nahrung in ihr Boot bekommen, dann dreht man das Boot um und schickt sie wieder aufs Meer hinaus. Zutiefst unmoralisch. Und besser, als wenn man beispielsweise nach Afghanistan abgeschoben wird und dort erstmal, vermutlich aus Verzweiflung, Selbstmord begeht.

Aber Flüchtlinge auf dem Mittelmeer weiter sterben zu lassen, oder einfach hochproblematische und politisch instabile Länder als sichere Herkunftsländer zu deklarieren, kann ja auch nicht die Lösung sein.

Flüchtlinge auf einer solchen Insel könnten eine gute Ausbildung bekommen, sodass sie dann auch bessere Chancen hätten, entweder in der EU beispielsweise oder in ihren Herkunftsländern, sofern sich dort die politische Situation wieder beruhigen sollte, sich etwas Eigenes aufzubauen oder in Arbeit treten zu können.

Aber es ist natürlich schon peinlich, dass man sich solche Gedanken von schwimmenden Insel überhaupt machen muss. Und ein Armutszeugnis für Europa einerseits. Andererseits ist es so, dass Europa in einem gewissen Maße seine Grenzen natürlich auch schützen muss, denn Europa kann nicht die ganze Welt aufnehmen. Von der Landfläche her zwar locker, von der politischen Lage her aber leider nicht.

Und über diese schwimmenden Inseln hinaus müssten natürlich massive politische Anstrengungen getroffen werden, um beispielsweise in afrikanischen Ländern, in Syrien oder woher die Flüchtlinge auch kommen, wieder sich stabilisierende politische Verhältnisse herzustellen, damit wieder eine Heimat entsteht, in die man zurückkehren und dort auch leben kann, nach Möglichkeit gut leben.

Und sollte es mal, was man natürlich nicht hofft, in Europa einen großen Krieg geben und die Europäer in großem Stil beispielsweise nach Afrika flüchten müssen, und die Afrikaner hätten beispielsweise von den Europäern gelernt, dass man seine Grenzen schützt, dann könnten die Europäer auf ihren schwimmenden Inseln Zuflucht suchen. Solange, bis sie vielleicht einen positiven Asylbescheid von einem afrikanischen Land erhalten hätten. Denn Afrika hätte zwar genug Land, wie Europa ja eigentlich auch, würde sich dann aber vielleicht ebenfalls stur stellen.

Sie sind skeptisch in Bezug auf die Idee einer schwimmenden Insel? Nun, fast ganz Venedig ist eine künstliche Insel, zwar nicht schwimmend, aber künstlich.

Im Folgenden ein paar Videos zum Brainstorming, wie eine schwimmende oder vielleicht auch eine künstliche Insel herzustellen sein könnte.

3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Anna-Lena sagt:

    Und wo bleiben dann die vielen Kreuzfahrtschiffe, die auch durchs Mittelmeer schwimmen, diese schwimmenden Hotels, mit Pomp und Luxus? Ach, und gab es nicht mal Meeresbewohner, die auch ihren Platz im Meer beanspruchen? Schließlich sind die ja sozusagen die Ureinwohner.
    Nun, die Reisenden können ja ihr Herz zeigen und die Geflüchteten abends zum Captain’s Dinner einladen (ich weiß, ist Ironie pur, aber muss hier einfach raus!) .

  2. ja, ich weiß schon, die ganze Idee, überhaupt in Erwägung ziehen zu müssen, Inseln für Flüchtlinge zu bauen, ist an sich schon absurd. Aber sie fußt eben auf den aktuellen fremdenfeindlichen Tendenzen in Europa.

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