Trump und der NATO-Gipfel

Trump ist mittlerweile in Brüssel gelandet, wo am Mittwoch und Donnerstag der NATO Gipfel stattfindet.

Bereits im Vorfeld und, wie könnte es anders sein, über Twitter, machte er seinen Gedanken Luft und fand es ziemlich ungerecht, dass die USA für alle anderen NATO-Mitglieder zu einem großen Teil die Verteidigung übernähmen und diesbezüglich im Verhältnis höhere Verteidigungsausgaben hätten, als alle anderen.

Bei Deutschland wird aktuell vermutet, dass die momentanen Verteidigungsausgaben bei 1, 24% des Bruttoinlandsprodukts liegen, angesteuert und gefordert von Donald Trump sind aber mindestens 2%, wie auch von vielen anderen NATO-Mitgliedsstaaten gefordert, die dieses Ziel ebenfalls nicht erreicht haben. Die USA ihrerseits haben ein Verteidigungsbudget für die NATO von etwa 3, 5 Prozent des BIP.

Am Montag drauf wird sich Trump mit dem russischen Präsidenten Putin erstmalig zu bilateralen Gesprächen in Helsinki treffen und ließ erkennen, dass er glaube, dies könne im Vergleich zu den Gesprächen mit den anderen NATO-Partnern eines der leichteren Gespräche werden. Eine Aussage, die wiederum einige Nato-Partner durchaus beunruhigte.

Wie soll man das Ganze beurteilen?

Wenn man nun einmal den Begriff „Vogelschiss“ in den Mund nehmen wollte und zwar nicht so, wie einer der Rechtsaußenpolitiker, der damit ein geschichtliches Drama zu übertünchen suchte, dann könnte man diesen Begriff hier einmal zurecht für die Verteidigungsausgaben von 2% verwenden. Denn gerade für das unglaublich reiche Deutschland dürften diese 2% im Grunde eine Farce sein. Das stört doch keinen großen Geist hier im Lande. Und einen kleinen schon gar nicht.

Was einen jedoch in Deutschland massiv stören könnte, wäre, wenn Deutschland nicht mehr oder nur noch partiell unter dem Schutzschild der NATO unterkriechen könnte. Denn Deutschland, superreich, ist militärisch gesehen ein Zwerg. Und, um mal einen Vergleich aus dem Leben anzuführen, wie es auf dem Schulhof so ist, wer ein leckeres Pausenbrot dabei hat und ein hübsches iPhone, der muss sich irgendwie vor dem schulbekannten Schläger geschützt wissen. So auch Deutschland. Wer sehr reich ist, braucht einen guten Schutz, den Reichtum, und das ist ja keine sonderlich neue Erkenntnis, weckt durchaus Begehrlichkeiten. Und derjenige, der diesen Schutz braucht, sollte nicht allzu zimperlich sein, wenn es darum geht, etwas mehr für diesen Schutz auf den Tresen zu legen.

Will Deutschland dies nicht, könnte es sich natürlich alternativ auch von Russland annektieren lassen, womit der größte Angstgegner wegfallen würde. Allerdings wäre dann nicht mehr viel mit Demokratie, Menschenrechten und persönlichen Freiheiten. Und alle müssten russisch lernen. Will man ja auch nicht.

Sollte aber irgendwann einmal doch dieses Szenario erwogen werden, könnte man sicherlich Altkanzler Gerhard Schröder für die Staatsführung auf Lebenszeit gewinnen, der ja einen entspannten und vertraulichen Umgang mit Autokarten gewohnt ist.

Achso, last but not least, die NATO ist übrigens ein Verteidigungsbündnis, was vielleicht nicht jedem klar ist. Und sie funktioniert auch nur deswegen, weil die Maxime lautet, leg dich nicht mit der NATO an, das überlebst du nicht! Deswegen haben wir Frieden in Europa. Und in der westlichen Welt. Weil die Stärke der NATO, des stärksten Militärbündnisses der Welt, einfach so gewaltig ist, dass man es gar nicht erst versucht. Und das sollte auch auf Dauer so bleiben. Abschreckung bedeutet nämlich Frieden. Klar, es wäre schöner, wenn es Frieden gäbe, weil jeder einsichtig wäre. Bis dahin dürften aber noch ein paar Jährchen vergehen, bis das bei jedem Menschen so angekommen ist. Und bis dahin ist es gut und notwendig und essentiell, das es eine starke NATO gibt.

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