Der psychologische Unterschied zwischen „Gutmenschen“ und „Bösmenschen“

Gutmensch ist ein politischer Kampfbegriff und wird besonders im rechten und rechtsextremen Kreisen für diejenigen Menschen verwendet, die anders denken.

Wenn man es aber mal auf den Punkt bringen will, dann ist es so:

Gutmenschen sind empathiefähig und ihnen sind ihre Mitmenschen nicht egal.

Bösmenschen sind nicht empathiefähig und kreisen nur um sich selbst, um ihre Ängste und vielleicht noch um die ihnen extrem nahestehenden Personen sowie auch Menschen, die genau ihr Weltbild teilen.

Andersdenkende, auf andere Weise lebende und etwas anderes glaubende Menschen werden als Gutmenschen diffamiert und als Bedrohung wahrgenommen.

Möglicherweise liegt bei einigen oder vielleicht auch fast allen Bösmenschen das Problem in ihrer persönlichen Geschichte und ihrer Sozialisation. Vermutlich haben viele von ihnen in der Kindheit und Jugend eben keine wertschätzende Annahme kennengelernt, vielleicht nicht durch die Eltern, nicht durch die Peergroup, vielleicht auch durch andere Menschen nicht. Deswegen wissen sie nicht, wer sie selber sind und können es nicht aushalten, dass andere Menschen anders sind als sie.

Im Grunde kämpfen sie damit, sich selbst annehmen zu können. Könnten sie sich selbst annehmen und wären sie sich ihrer Selbst sicher, hätten sie also Selbstsicherheit, dann könnten sie auch entspannter auf andere Menschen schauen und ihnen ihr Anderssein zubilligen.

Bösmenschen sind Menschen, die von Ängsten geprägt sind und die glauben, sie könnten ihre Ängste beseitigen, indem sie die Welt um sich herum so ändern, dass alle anderen irgendwann genauso ticken, wie sie es selbst wollen.

Sie fühlen sich von ihrer Umwelt verraten, und wiederholen so das, was sie in der Kindheit und Jugend vermutlich erlebt haben, dass sie nämlich einen großen Liebesentzug spürten, an dem sie bis heute leiden. Bösmenschen sind vermutlich des öfteren Misanthropen, haben also einen Menschenhass, der begründet liegt in ihrem Selbsthass bzw. der fehlenden Selbstannahme. Wer sich selbst nicht liebt, wer sich seiner selbst und seines Wertes nicht sicher ist, kann auch die Mitmenschen kaum lieben.

Bösmenschen sind sie in dem Sinne, dass das Böse dasjenige ist, was die Rechte anderer Menschen einschränkt oder beseitigt. Eigentlich sind sie aber Menschen, die arm dran sind. Denn was sie bräuchten und wonach sie streben, wäre Wertschätzung und Annahme.

Im Grunde geht es ihnen darum, irgendwie ihre eigenen Ängste beseitigen zu können und sich akzeptiert zu fühlen. Aber nicht, indem sie sich selbst psychologisch analysieren und verändern, sondern die Welt um sie herum soll sich ändern.

Auch, wenn eine theologische Argumentation ihnen wohl nicht ohne weiteres auf die Sprünge helfen würde, sei sie hier doch erwähnt.

Christlich gedacht ist es so, dass jeder Mensch ein Geschöpf Gottes ist, ein Ebenbild, und dass man somit in jedem Menschen einen Funken des Göttlichen sehen kann.

Deshalb soll man mit jedem Menschen, mit absolut jedem, anständig umgehen. Jesus formuliert dies im Doppelgebot der Liebe, man soll Gott lieben und den Nächsten, also den Mitmenschen, wie sich selbst. Nächstenliebe, aber auch Selbstannahme. Und Jesus radikalisiert diese Auffassung noch, dass man in jedem Menschen Gott begegnet, indem er sagt, man soll sogar seine Feinde lieben, zumindest es von ganzem Herzen und mit ganzem Willen versuchen.

Denn was ihr einem meiner Mitmenschen getan habt, so spricht Jesus, das habt Ihr mir getan. Habt ihr eure Mitmenschen und sogar eure Feinde gut behandelt, so habt ihr mich gut behandelt. Habt ihr sie schlecht behandelt, so habt ihr auch mich schlecht behandelt und werdet dafür, so der Gedanke im Neuen Testament, auch zur Rechenschaft gezogen werden. Vielleicht nicht im diesseitigen Leben, aber dann, wenn ihr vor euren Schöpfer, vor Gott treten werdet.

Man soll also beispielsweise, und das fällt schwer in liberalen Kreisen, selbst hinter rechtsextremen Menschen immer den Menschen sehen, der vielleicht fehlgeleitet wurde. Und umgekehrt dürfte es genauso schwer fallen, auch rechtsextreme Menschen sollen diejenigen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, genauso als Menschen wahrnehmen. Und sie achten, auch, wenn diese eine andere Einstellung haben.

Da merkt man, wie schwer das Ganze ist. Aber es ist der Weg zum Frieden. Der einzige Weg.

Das satirische Video über Darth Vader, den Bösmenschen bei Starwars, ist in diesem Zusammenhang ganz passend:

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. drecksack404 sagt:

    Die Masse ist groß, doch der Menschen sind wenige anwesend!

    Diogenes von Sinope

    Vor 2500 Jahre war somit zu diesem Thema schon ALLES gesagt!

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