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Die (theoretische) Lösung, wie kein einziger Flüchtling jemals wieder umkommen müsste

Nie wieder ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer, nie wieder erstickte Flüchtlinge in irgendwelchen LKWs, nie wieder auf der Flucht verlorengegangene Kinder, nie wieder zerrissene Familien, nie wieder das ganze Leid der Flucht, nie wieder Menschen, die in nordafrikanischen Ländern in Flüchtlingslagern Opfer von Menschenhändlern werden.

Wie das gehen soll?

Mit Geld, viel Geld, politischem Willen und einer Vision.

Die Grundidee ist einfach. Würden keine Flüchtlinge mehr nach Europa kommen, würde auch keiner mehr auf dem Weg, den er ja nicht auf sich nehmen würde, zu Schaden kommen oder gar sterben.

Nun ist es aber so, dass Flüchtlinge flüchten, weil sie beispielsweise den Repressionen einer Diktatur entkommen wollen, Folter oder auch Armut. Auch Armut kann etwas sehr Schlimmes sein, wenn man nicht mehr weiß, was man essen und wie man die Familie ernähren soll, sodass dann womöglich die Frau oder die Kinder auf den Strich gehen oder was weiß ich noch alles.

Es wird also immer das Bedürfnis geben, gewisse Länder verlassen zu wollen und zu müssen. Diesem Bedürfnis muss man auch Rechnung tragen.

Wie bereits in einem Artikel geschrieben, könnte Europa theoretisch, ganz theoretisch, alle 68 Millionen Flüchtlinge weltweit aufnehmen, wenngleich das Ganze natürlich völlig utopisch ist. Politisch würde es wohl kaum funktionieren, es gäbe Unruhen innerhalb der einzelnen europäischen Länder und der Bevölkerung, die Arbeitslosigkeit würde zunehmen, die Rechtspopulisten wohl fast überall an die Macht kommen und vieles mehr.

Also auch keine gute Lösung. Man kommt demnach wohl nicht umhin, Kriterien dafür aufzustellen, welche Flüchtlinge Asyl bekommen und welche nicht. Diese Kriterien gibt es ja bereits.

Die Sache wäre nur die, dass Flüchtlinge, welche die realistische Chance haben, in Europa zu bleiben, doch auch bitte das Recht haben sollten, sicher nach Europa zu reisen. Sie könnten beispielsweise in Afrika in ein Flugzeug steigen und dann als komplette Familie hier wieder aussteigen und ein Flüchtlingsheim beziehen.

Hier kommt dann der Gedanke von Flüchtlingszentren in nordafrikanischen Ländern ins Spiel. Solche Zentren müssten aber gut gemacht sein. Es müssten Zentren sein, in denen die Menschenrechte absolut gewahrt werden würden, was bisher ja wohl eher ein frommer Traum ist, in denen es gute medizinische Versorgung gäbe, in denen Menschen nicht in irgendwelchen großen Hallen, sondern in kleinen, aber eigenen Wohnungen zusammenleben könnten und dürften. Es müsste dort Bildung geben für die Kinder und es müsste Arbeit geben für die Flüchtlinge, die dort auf einen Asylbescheid warten würden. Wären diese Zentren sehr attraktiv gemacht, könnte das allerdings zur Folge haben, dass dorthin eine Migrationsbewegung entstünde. Was allerdings, wenn man es gut anpacken würde, vielleicht überhaupt kein Nachteil wäre, denn dort könnten, sinnvoll gelenkt und betreut, neue Städte entstehen, die Arbeit bieten, die Bildung bieten, die gute medizinische Versorgung bieten. Es könnte dann sein, dass Menschen, die dorthin einst geflohen waren, einen positiven Asylbescheid erhielten, jedoch vielleicht von ihm gar nicht mehr Gebrauch machen müssten oder wollten, weil dort, angefangen mit einfachen aber gut gemachten Flüchtlingszentren, etwas Neues entstehen könnte, Ortschaften, Städte, in denen es lebenswert ist.

Das Ganze scheint momentan noch eine Utopie. Aber was bleibt? Sollen die Flüchtlinge weiterhin übers Mittelmeer schaukeln und immer mal wieder ertrinken? Und zwischen europäischen Ländern auf ihren Schiffen hin und her geschickt werden?

Es sollte doch so sein, dass Menschen, denen Asyl gewährt werden muss, dieses auch vorab schon zugesichert bekommen, sobald sie nämlich in ein solches Flüchtlingszentrum kommen und sich dort registrieren. Denn im gelobten Europa in Flüchtlingsunterkünften dahinzuvegetieren und von einem Tag auf den nächsten zu hoffen, nicht abgeschoben zu werden, ist ja auch nicht gerade lebenswert. Und auch nicht, wie beispielsweise in München am Königsplatz offenbar, als Jugendlicher oder junger Erwachsener im Sommer und Winter auf dem Abluftschacht der U-Bahn zu nächtigen, nur um im Winter nicht zu erfrieren. Das kann es doch nicht sein. Da müsste es doch politische Lösungen geben. Z. B. so eine, wie in diesem Artikel erwähnt.

Die Kehrseite dieser ganzen positiv gedachten Utopie wäre allerdings, dass dies dann der Weg, der einzige Weg, sein müsste, um nach Europa hineinzukommen. Dass Flüchtlinge also, die auf einem anderen Weg kamen, erst einmal wieder in diese Flüchtlingslager gebracht würden, wo sie sich gewissermaßen so, wie alle anderen auch, anstellen müssten und entsprechend der jeweiligen Hilfsbedürftigkeit Asyl erhielten oder nicht. Solange es nämlich so geht, wie es momentan ist, dass derjenige, der irgendwie Europa erreicht, dann im Grunde auch hier bleibt, zumindest oftmals über Jahre, wird es weiterhin immer wieder Tote auf der Flucht geben. Was man ja irgendwie auch nicht verantworten kann.

Man kommt also nicht heile aus der ganzen Sache heraus. Wie man auch entscheidet, es ist ein Dilemma. Aber der oben beschriebene Weg wäre vielleicht eine ganz vernünftige Möglichkeit. Wenn er gut und verantwortungsvoll gemacht wäre. Wenn.

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