Hebamme im Einsatz

Eben fuhr an mir ein rot leuchtendes Auto vorbei, mit ebenfalls leuchtender, grellgelber Schrift, die einem mitteilte: Hebamme im Einsatz!

Im Auto saß ein Typ, vielleicht eine männliche Hebamme. Falls es sowas gibt. Oder der Mann der Hebamme. Oder ihr Freund. Oder ihr Vater. Ihr Sohn. Irgendein Bekannter. Eines Freundes Freund. Wer auch immer. Egal.

Auf jeden Fall fragte ich mich, warum die Message, so interessant sie ja sein mag, in grellgelber Farbe und riesengroß auf das Auto geschrieben war.

Möglicherweise, um darauf hinzuweisen, dass es mindestens noch eine Hebamme in Deutschland gibt, denn es gibt ja einen gewissen Schwund in dieser Hinsicht, da die Versicherungen für diese Berufsgruppe ins Unermessliche gestiegen sind.

Wer also plant, demnächst einmal schwanger zu werden, weiß, dass in München zumindest eine Hebamme herumfährt und man sie auch finden kann, aufgrund ihres roten und gelben Autos. Oder zumindest ihren Mann, der darin herumfährt.

Vielleicht ist das Ganze also nur eine Werbung für die Hebamme.

Oder es dient als Vorwand, überall parken zu dürfen, wo man sonst nicht parken dürfte, wüsste eine Politesse durch die leuchtende Aufschrift doch, dass hier eine Hebamme im Einsatz ist und es womöglich um Leben und Tod geht.

In dieser Hinsicht muss man an Autos denken, die entweder einen Aufkleber hinten drauf haben oder ein in krakeliger Handschrift selbstgeschriebenes Schildchen innendrin, das darauf hinweist, dass in dem Auto eilige Arzneimittel befördert würden. Oder irgendwann mal befördert wurden. Egal, auch dies wohl adressiert an Politessen, damit sie absehen von ihrem ihnen zutiefst eigenen Anliegen, einen Strafzettel zu verteilen.

Mag das für diese beiden Berufsgruppen noch nachvollziehbar sein, ebenso wie für Ärzte, überlege ich mir, wie es denn mit anderen Berufen aussieht. Vorsicht, Lehrer im Einsatz! Achtung, Pilot im Einsatz, kommt in einer Woche wieder und holt das Auto dann sofort wieder ab! Vorsicht, Banker im Einsatz, muss dafür sorgen, dass die Zinsen nicht in den Keller fallen!

Auch dies Argumente, die durchaus dazu angetan wären, eine Politesse zu bezirzen.

Jedoch gibt es noch viele Banker, Piloten und Lehrer, aber nur wenige Hebammen. Insofern sollte eine Politesse vielleicht doch, wenn sie dieses rot-gelbe Auto irgendwo sieht, ein Strafzettel-Auge zudrücken, damit nicht auch die letzte in Deutschland verbliebene Hebamme irgendwann ausstirbt und sich einen anderen Beruf sucht. Pilot vielleicht, Lehrer oder Banker.

Das Bild kann unter Umständen vom tatsächlich beschriebenen Auto geringfügig abweichen.

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