Das AFD-Problem und „die Juden“

Haben Sie falsch gelesen? Ja, denn es sind ja nicht die Juden, gegen die die AFD immer wieder zu wettern nicht müde wird, sondern Flüchtlinge, Migranten, Ausländer und Moslems.

An die Stelle der Juden sind heutzutage andere Gruppen gerutscht, was die Sache nicht besser macht. Doch im heutigen, multikulturellen Deutschland sollten alle ihr Leben in Ruhe und Frieden führen können, Juden, Moslems, Ausländer, Migranten, Atheisten und Christen.

Darf man aber Vergleiche zur Nazizeit ziehen, um etwas zu illustrieren? Ja, so ist zumindest der Tenor eines Artikels in der aktuellen Printausgabe der ZEIT in der Rubrik Politik. Zwar sind Vergleiche mit der Nazizeit meistens (noch) nicht ganz passend (und hoffentlich auch künftig nicht), aber sie machen klar, wie gewisse Stimmungen im Land entstehen konnten und entstanden sind.

Die Nazis führten als sogenannte „problematische“ Gruppe „die“ Juden ein. Völlig aus der Luft gegriffen zwar, aber plötzlich war dieser Kampfbegriff da. Fortan sprach man nur noch von dem sogenannten „Judenproblem“. Menschen, denen das Thema eigentlich egal war, mussten plötzlich Stellung nehmen, waren sie dafür oder dagegen? Seltsamerweise sprach aber praktisch niemand über das „Naziproblem“, was ja eigentlich viel naheliegender gewesen wäre.

Diesen Vergleich kann man ins Hier und Heute übertragen.

Immer wenn die AFD von einem sogenannten Migrantenproblem, Flüchtlingsproblem oder Ausländerproblem redet, sollte man an dieses Schema denken und fragen, ob das Problem nicht vielleicht anders heißt: AFD-Problem nämlich. Hat Deutschland nicht ein „AFD-Problem“, ein Problem mit Ausländerfeindlichkeit?

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