Würde ein bedingungsloses Grundeinkommen funktionieren?

Immer mal wieder hört man den Vorschlag, für alle Menschen im Lande ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen.

Von wirtschaftlich liberaler Seite aus verspricht man sich dadurch eine Verschlankung des Staates, von politisch linker Seite glaubt man, dadurch die Ausbeutung von Arbeitern verhindern zu können, die aufgrund ihres Grundeinkommens ja nicht mehr jede noch so schlechte Arbeit annehmen und ausführen müssten.

Funktioniert das Ganze aber?

Angenommen, 40 Millionen Deutsche sollten jeweils 1000 € Grundeinkommen im Monat erhalten, ohne jede Bedingung. Dann bräuchte es ja 40 Millionen Deutsche, die jeweils auch monatlich 1000 € in einen gemeinsamen Topf überweisen, aus welchem dann dieses Grundeinkommen gezahlt werden könnte.

Angenommen, es wären nur 20 Millionen Deutsche, weil die anderen 20.000.000 derzeit arbeitslos wären, müssten die Menschen aus der ersten Gruppr monatlich 2000 € pro Person überweisen. Dann stünden immer noch 1000 € pro Person zur Verfügung, welche von 40.000.000 Deutschen aus dem Topf genommen werden könnten.

Man könnte hier natürlich auch differenzieren. Vielleicht müsste nicht jeder Deutsche jeweils 1000 € einzahlen, sondern es könnte auch nach dem Einkommen gestaffelt sein. Wer beispielsweise 10.000 € Einkommen im Monat hätte, könnte vielleicht dreitausend Euro einzahlen, wer nur 800 € Einkommen hätte, müsste vielleicht nur 100 € einzahlen. Irgendwie so.

Es wäre also so, dass der eine vielleicht 3000 € einzahlt, dafür monatlich 1000 € automatisch auf sein Konto bekommt. Ein anderer zahlt 1000 € ein und erhält 1000 € heraus, und ein Dritter zahlt 100 € ein und bekommt monatlich 1000 € aufs Konto.

Eine grundsätzliche Frage aber bleibt dennoch, gleichwohl man das System von Einzahlungen und Auszahlungen sicher irgendwie regeln könnte.

Die Frage lautet, wenn jeder Deutsche 1000 € mehr auf dem Konto hätte monatlich, würden nicht die Vermieter sich daran ausrichten und generell der Preis einer jeden Mietwohnung in Deutschland vielleicht nicht spontan, aber doch im Laufe von Monaten oder vielleicht Jahren um 1000 € in die Höhe steigen, weil man ja wüsste, dass jeder Deutsche diese 1000 € auf jeden Fall zur Verfügung hätte? Eine Wohnung, die also heute 1000 € im Monat kosten würde, würde dann nach ein paar Jahren vielleicht 2000 € kosten?

Ich vermute ja. Und ich vermute, dass spätestens hier die Grenzen der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erreicht wären.

Funktionaler ist es wahrscheinlich, wie es bisher läuft, wenngleich man hier sicherlich nachbessern könnte. Bisher ist es so, dass an sozial bedürftige Menschen Sozialwohnungen vergeben werden. Und dann auch noch ein Geld mit dem unseligen Namen Hartz 4, welches man sicherlich auch noch mal überdenken und nachbessern könnte und sollte.

Aber die Idee mit dem Grundeinkommen dürfte tatsächlich die gut gemeinte Idee auf Dauer aushebeln. Auch, wenn die Idee vom Prinzip her durchaus menschenfreundlich gedacht ist.

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