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Sind Sie vielleicht EU-Kritiker?

Es gibt ja Leute, die hätten am liebsten ihre Nationalstaaten wieder. Am besten noch mit dicken und fetten und breiten und dichten Grenzen zwischendrin. Damit die eigene Identität nicht so leicht Urlaub machen kann und nicht irgendwo abhanden kommt. Denn dahoam is dahoam.

Nun hat der Schengen-Raum jedoch gewisse Vorzüge. Ich erinnere mich an meine Kindheit und Jugend, als man noch zwei Grenzen passieren musste, bevor man nach Italien kam. Die österreichische und die italienische. Und je nach Reisezeit zog sich das Ganze. Neben einem saß im Auto dann immer noch der Geduldsfaden, der gerne auch mal riss.

Wenn Sie vielleicht vergessen haben, wie grauenvoll das war, oder vielleicht gerade erst aus Ihrem Kuckucksei geschlüpft und somit noch zu jung sind, dann fahren Sie doch mal an die EU-Außengrenze. Beispielsweise in die Ukraine. Auf der polnischen Seite sind Sie schnell, wenn Sie in einer Stunde durch sind. Auf der ukrainischen ebenso. Zwei schnelle Stunden. Es kann aber auch einen Tag dauern. Je nachdem. Bringen Sie am besten ein bisschen Zeit mit. Und als Beifahrerin bitte die Gelassenheit.

Wenn Sie natürlich nur in Ihrem nationalen Deutschland bleiben, sollte das für Sie kein Problem sein. Aber sofern Sie sich vielleicht auch nur einmal in das entfernte, altehrwürdige und kaiserliche Österreich wagen sollten, vielleicht, weil es Sie nach einer Sachertorte gelüstet, könnte das durchaus dauern, wenn ein jeder Nationalstaat seine Grenzen so wie früher abgeschottet hätte. In der guten, schlechten, engstirnigen, alten Zeit.

Hoffentlich haben wir diese Abschottung ein für allemal und dauerhaft überwunden. Denn was uns verbindet ist die Tatsache, dass wir Menschen sind. Nicht Einsiedler. Oder Grantler.

Hoppla, ganz die Briten vergessen. Dort dürfte es künftig dann auch wieder länger werden. Naja, auf der Insel ist man es ja gewohnt, sich höflichst in einer Schlange anzustellen. Am besten noch mit Melone.

Aber für alle anderen, die diesen besonderen Charme nicht haben, ist wohl die Freizügigkeit der EU weiterhin das non plus ultra. Vive la liberté!

Kleiner Brückenschlag zu Pfingsten noch. Pfingsten ist das Fest der Begeisterung, das Fest der Freiheit, das Fest, wo der Geist Gottes Menschen mitreißt und vereint. Es ist nicht das Fest der Grenzen, sondern eines, das die Grenzen überwindet. Auch die Sprachgrenzen, wie es in der Apostelgeschichte heißt. Auf einmal verstanden sich die Menschen. Weil sie die Grenzen zu überwinden lernten, mit Hilfe der mitreissenden göttlichen und dynamischen Kraft, die sich im Heiligen Geist zeigte.

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