Was ist der Tod eigentlich? Und das Leben?

Es gibt ein paar Dinge, die wir Menschen uns überhaupt nicht vorstellen können. Beispielsweise, wie es wäre, wenn es keine Zeit gäbe, oder keinen Raum. Und auch völlig unvorstellbar ist es, zu verstehen, was der Tod eigentlich ist.

Manchmal wird dieser Zustand verglichen mit einem tiefen Schlaf, in dem man nichtmal träumt.

Wenn uns eine Tasse herunterfällt, ist sie kaputt. So vermuten wir das auch mit dem Menschen, zumindest mit seinem sichtbaren Körper. Wenn er stirbt, lösen sich seine biochemische Bestandteile auf und einige glauben, das war’s dann.

Aber stimmt das?

Es gibt hier nämlich einige Vorbehalte. Wäre der Mensch wirklich nur das, was man an Biochemie an ihm sehen kann, wäre das vielleicht richtig.

Aber das große Rätsel, mindestens genauso groß, wie der Tod, ist das Bewusstsein und das Gefühl von uns Menschen, dass wir selber ein Ich sind.

Wäre die Welt nur Biochemie, ließe sich damit dass Ich nicht wirklich schlüssig erklären. Manche Gehirnforscher meinen zwar, sie hätten es erklärt und verstanden und kapiert und das Ich stecke eben einfach nur irgendwo im System des Gehirns, aber ihre Erklärungsversuche gehen philosophisch gesehen am Thema vorbei.

Denn das Gefühl, dass man selber ein Ich ist, das Gefühl, man selbst zu sein, ein Bewusstsein zu haben, ist entgegen mancher Behauptung keine Einbildung, sondern durch und durch real. Wer anderes behauptet, ist vermutlich ein Scharlatan oder ist selber nur eine biochemische Maschine, die tatsächlich kein Bewusstsein besitzt.

Platon hatte die Vorstellung, dass die Seele des Menschen bei der Geburt in den Menschen hineinkommt wie in ein Gefäß. Wenn das Gefäß, also der Körper, stirbt, bleibt die Seele dennoch bestehen. Denn sie ist unsterblich.

Ich möchte das mal mit einem aktuelleren Bild vergleichen. Man stelle sich vor, das menschliche Gehirn und auch der Körper wären wie ein Netz. Das, was das Bewusstsein ist, wäre wie Wasser.

Das Netz außerhalb des Wassers mag zwar funktionieren, besitzt aber kein Bewusstsein. Das Wasser ohne das Netz ist zwar Bewusstsein und Leben in seiner Reinform, denkt aber nicht in den Kategorien, in denen ein Netz denken würde.

Erst, wenn man das Netz ins Wasser taucht, kommt beides zusammen. Die Denkstrukturen des Netzes und das Bewusstsein und das Leben des Wassers. Wenn man das Netz irgendwann wieder aus dem Wasser entfernt oder wenn das Netz in seine Bestandteile zerfällt, ist nach wie vor das Wasser vorhanden, also das Leben und das Bewusstsein.

Wenn man sich auf diese Gedanken einlässt, könnte man sich auch überlegen, ob vielleicht der Urgrund allen Seins, also das, was hinter aller Existenz steht, das Wasser ist. Also das Bewusstsein und das Leben. Und in diesem Wasser bilden sich Strukturen und vergehen wieder. Somit würde für Lebewesen die Wahrnehmung, die an die Denkstrukturen gebunden ist, mit dem Tod verschwinden, aber das, was sie ausmacht, ihr Bewusstsein und ihr Leben, würden bleiben, weil sie ja der Hintergrund von allem sind. Sie könnten dieser Vorstellung zufolge niemals verschwinden.

Und wenn das Wasser, so wie oben beschrieben, der Urgrund allen Seins ist, in dem Strukturen entstehen und wieder vergehen, sind auch alle Strukturen miteinander verbunden und ein Ebenbild des Wassers. Denn der Hintergrund, vor dem und in dem sie entstehen, ist ja das Wasser. Das Wasser ist ihre Gemeinsamkeit.

Das wäre ein moderner Versuch, das Thema einmal anschaulich zu machen. Klar, es gibt unzählige Versuche und wir wissen letztlich nicht, wovon wir reden und ob wir richtig liegen. Aber so könnte man es sich vorstellen.

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