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Wenn die Angela mit dem Donald

Gestern war die Mutter der einen Nation, Angela Merkel, beim Vater der anderen Nation, Donald Trump – das wirtschaftlich stärkste Land Europas beim militärisch stärksten Land der Welt zu Besuch.

Anders als beim letzten Mal reichte man sich die Hände und machte tatsächlich Shakehands, allerdings blieb Donald Trump in der Sache hart, wenngleich in der Form diesmal höflich.

Deutschland müsse mehr für seine Verteidigung tun und seinen NATO-Verpflichtungen nachkommen. Merkel konterte, man habe bereits die Rüstungsausgaben auf 1,3 % erhöht, Trump machte jedoch deutlich, dass es mindestens 2% sein müssten. Am besten noch deutlich mehr.

Was dem wohlhabenden Deutschland übrigens völlig unproblematisch möglich sein sollte. Denn ehrlich gesagt liegt Donald Trump mit dieser Einschätzung nicht gerade falsch. Es kann ja nicht sein, dass Deutschland, eines der reichsten Länder der Welt, sich immer wegduckt und andere für den eigenen Schutz sorgen und auch zahlen lässt. Und nebenbei mal noch vom moralischen Elfenbeinturm herab mit dem Zeigefinger kritisch winkt, wenn andere Länder militärisch aktiv sind. Das passt nicht zusammen.

Das andere Thema, das bislang nicht zugunsten der EU entzerrt werden konnte, ist der weiterhin drohende Handelskrieg zwischen den USA und der EU, weil die USA möglicherweise Importzölle auf Stahl und Aluminium auch aus der EU verlangen werden.

Das Handelsdefizit beträgt 151 Milliarden Dollar, also die EU exportieren Waren im Wert von 151 Milliarden Dollar mehr in die USA, als umgekehrt.

Dass man mal über das Thema spricht, ist sicherlich auch nicht ganz verkehrt. Denn für eine globalisierte und gerechte Welt sollte man doch solche Ungleichgewichte nicht völlig ignorieren.

Bei manchen Themen ist Donald Trump nämlich gar nicht so erratisch, wie er hier manchmal in der Presse dargestellt wird. Er gibt sich nur nach außen so, baut dadurch aber eine Drohkulisse auf, die durchaus etwas erreichen kann.

Ach ja, und dass sich Kim Jong Un und der südkoreanische Präsident nun die Hände gereicht hatten, hängt sicher auch mit der neuen Machtdemonstration aus Washington zusammen. Der Druck von dort auf Nordkorea wurde und ist auch noch dermaßen hoch, dass Kim Jong Un sich wohl doch gedrängt fühlte, in Sachen Atomprogramm ein wenig einzulenken.

Ob er wirklich und dauerhaft einlenken will, sei einmal dahingestellt, aber ein wenig Annäherung und Entspannung auf der koreanischen Halbinsel hat das Ganze wohl doch gebracht. Wenngleich Nordkorea vermutlich nicht völlig auf sein Atomprogramm wird verzichten können und wollen, ist es doch die Überlebensgarantie für die kommunistische Regierung dort. Das diktatorische System Nordkoreas kann man natürlich zurecht durchaus ablehnen, aber Realpolitik heißt, die kleinen möglichen Schritte, die man machen kann, dann auch zu gehen. Denn was bleibt einem sonst anderes übrig. In einem großen Krieg wären nämlich alle die Verlierer.

Es bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend. Warten wir auf den nächsten Tweet.

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