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Schwein gehabt

Als Schwein in Deutschland lebt man nicht sonderlich komfortabel und auch nicht lange. Denn man will ja gegessen werden. Und will man das selber nicht, so wollen es zumindest die deutschen Konsumenten, zumindest solange sie nicht so genau wissen, unter welchen Umständen Schweine in Schweinemastbetrieben hausen müssen.

Denn dort ist chronisch zu wenig Platz, so dass Schweine sich gegenseitig gerne mal in kannibalistischen Anwandlungen die halben Schwänze wegbeißen. Zu wenig Platz macht eben aggressiv. Des Weiteren werden die Schweine in solchen Betrieben gerne auch krank, wobei es dann zu teuer wäre, das einzelne Schwein medizinisch zu betreuen, sodass dann eben alle Schweine Antibiotika ins Trinkwasser geschüttet bekommen.

Viele Schweine haben zudem auch im Laufe ihres kurzen Lebens Würmer in der Leber, weshalb bei der Fleischbeschau nach der Schlachtung beispielsweise die Leber dann entsorgt wird. Der Rest des Tieres ist ja essbar und für den Konsumenten auch geniessbar. Für das Schwein an sich war das Leben dann aber eben neben der Enge und der kurzen Lebensdauer auch gesundheitlich gesehen nicht so toll.

Da der deutsche Konsument aber im Durchschnitt 60 kg Fleisch im Jahr isst, Babys und Veganer statistisch mit eingerechnet übrigens, wird sich wohl so bald nichts an dieser Art der Tierhaltung ändern. Denn um wirtschaftlich überleben zu können, verzichten die meisten Züchter auf alles für ihre Schweine, was man irgendwie auch nur entfernt als Luxus bezeichnen könnte.

Damit Eber auf den engen Platzverhältnissen nicht aufeinander losgehen, werden sie im Stadium des Ferkels übrigens unfruchtbar gemacht, oft ohne Narkose, weil diese um die 5 € kosten würde.

Wenn man auch morgen noch kraftvoll in sein Wiener Würstchen beißen will, stellt man sich deswegen lieber vor, es wachse an einem Baum. Ansonsten schmeckt es nicht mehr.

Genauer kann man die Hintergründe hierzu in der aktuellen Printausgabe der ZEIT nachlesen.

Zu Beginn in der Bibel gibt Gott dem Menschen den Herrschaftsauftrag über die Erde und seine Geschöpfe. Dieser ist allerdings nicht so gemeint, dass er die Erde und Tiere ausbeuten solle, ganz im Gegenteil. Wie ein verantwortungsvoller und guter König solle er herrschen.

Ein schöner und utopischer Traum derzeit.

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Das Schwein auf dem Titelbild ist übrigens eines der wenigen glücklichen Schweine in Deutschland, da seine Lebensumstände dem Tier doch angemessen sind. Ein glückliches Quotenschwein sozusagen. Eines der wenigen.

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