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Sind Sie abhängig vom Smartphone?

Stellen Sie sich vor, Sie sind mit Ihrem Kind im Wohnzimmer, es ist noch klein und möchte mit Ihnen spielen. Leider haben Sie keine Zeit, weil Sie gerade in einer wichtigen Facebookdebatte gefangen sind. Irgendwie stresst Sie das Ganze, aber Sie kommen nicht heraus aus der Beschäftigung mit dem Smartphone. Und haben also auch keine Zeit für Ihr Kind.

Sie sind nicht allein damit. Denn Smartphones und die meisten Apps sind so gebaut, dass sie einen in ihren Bann ziehen, dass sie einen zu ständiger Interaktion nötigen. Facebook meldet, irgendwer habe irgendeinen neuen Post gepostet, Instagram sagt, man habe die Timeline von irgendjemandem schon lange nicht mehr gesehen und so weiter. Irgendetwas gibt es immer auf dem Smartphone. Und das ist kein Zufall, denn es sind Schlüsselreize, die Menschen dazu drängen sollen, darauf zu reagieren. Das ist so gewollt von den Apps. Denn jeder App will, dass man möglichst viel Zeit mit ihr verbringt. Erst dann rentiert sich eine App für den Programmierer oder die Firma, die sie in Auftrag gegeben hat und unterhält.

Den Begriff der Smartphone-Sucht gibt es in dem Sinne wohl noch nicht, wohl aber spricht man von problematischem Verhalten in Bezug auf Smartphones, wenn man so reagiert, wie ganz oben beschrieben. Und wie gesagt, sehr viele Leute reagieren so, denn es ist schwer, anders zu reagieren.

Es gibt 3 Dinge, die auftreten müssen, um eine Sucht zu fördern. Zum einen muss die Motivation zu einer gewissen Handlung vorhanden sein, zum anderen muss die Handlung einem leicht fallen und zum dritten muss ein Schlüsselreiz auftreten.

Im Falle des Smartphones ist die Motivation wahrscheinlich die Sehnsucht nach Gemeinschaft und nach Kommunikation. Das Smartphone aus der Tasche zu nehmen und nach Neuigkeiten zu suchen fällt zudem ziemlich leicht. Und Schlüsselreize bietet praktisch jede App, die einem eben mitteilt, irgendetwas Weltbewegendes habe Hinz oder Kunz gerade gepostet, auch, wenn es dann nur das Mittagessen ist, das er auf Zelluloid bannen wollte, bzw eben per Smartphone fotografiert hat.

Was hilft? Schalten Sie die Benachrichtigungen von einigen Apps aus. Bei Android klicken Sie im oberen Bereich auf das Zahnrädchen, dann gelangen Sie zu den Einstellungen. Dort wählen Sie den Punkt Apps & Benachrichtigungen, darunter sind dann alle Apps aufgelistet, die Sie haben. Diejenigen, die Sie öfters wegen Nichtigkeiten belästigen, wählen Sie aus und deaktivieren dort die Benachrichtigungsfunktion, z.b. Facebook, Twitter, Instagram. Messengerdienste wie WhatsApp beispielsweise können Sie aktiv lassen, denn hier werden Sie ja zielgerichtet von Freunden angeschrieben, die etwas von Ihnen wollen, anstatt Sie dauernd über Nichtigkeiten zu informieren.

WhatsAppgruppen jedoch sollten Sie ebenfalls deaktivieren, blocken oder zumindest aussteigen, denn hier greift dasselbe suchterzeugende Schema wie oben erwähnt. In diesen Gruppen werden Sie ebenfalls mit Nichtigkeiten belästigt, die Sie jedoch jedesmal wieder dazu bringen, nachzusehen, ob es nicht doch etwas Wichtiges sein könnte. Nein, ist es in der Regel nicht. Wenn jemand etwas Wichtiges zu sagen hat, wird er Sie direkt anschreiben. Und wenn es ganz wichtig ist, wird er Sie einfach ganz klassisch direkt anrufen. Ja, glauben Sie es nur, das kriegt der wirklich hin.

Es reicht nämlich völlig, wenn Sie morgens einmal und abends einmal z.b. in Facebook hineinschauen, in Instagram oder auch die Nachrichten checken. Und mit einem Mal werden Sie merken, es gibt noch ein Leben, das diesen Namen tatsächlich verdient. Ein echtes Leben.

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