Sebastian Eisele. Und Gott.

Die E-Mail kam wie nebenbei. Ich war heute Mittag zum Essen und hatte gerade einen Döner bestellt. Als ich mich hingesetzt hatte, checkte ich die eingeblendeten Nachrichten, irgendwie fiel da der Name Sebastian Eisele.

Ihn kenne ich schon lange, denn als ich mit meinem Zweitstudium an der Uni München begann, traf ich ihn und sah ihn auch mehrere Jahre dort. Englisch studierte er und evangelische Religion. Er hatte vor mir begonnen und war dementsprechend auch schneller an der Schule, als ich.

Einige Anekdoten mit ihm fallen mir spontan ein, auch, wenn ich ihn eigentlich gar nicht so gut kannte. Ich hatte das Gefühl, dass der Glaube für ihn sehr viel bedeutete und er ihn auch tatsächlich lebte. Er war in irgendeiner christlichen Vereinigung, vielleicht etwas Studentisches, engagiert und Gott hatte für ihn wirklich einen wesentlichen Stellenwert, so wirkte es auf mich.

Als Anekdote fällt mir ein, dass er mir auf dem Weg an der Unibibliothek vorbei einmal erzählte, man könne ja irgendetwas bei „Emmerson“ bestellen. So klang es für mich zumindest, gemeint war aber Amazon, was für mich damals noch ziemlich fremd war.

Später saßen wir mal in evangelischer Theologie in einem winzigen Seminar und er hatte immer seinen kleinen Computer mit Tasten dabei. Darin tippte er einige Dinge fleißig mit. Und einmal erzählte er mir im Nachhinein, dass er, ganz clever, diesen kleinen Computer auch mit seinem Handy verbinden konnte und während des Seminars sogar mal eine SMS ganz unauffällig über die Computertastatur schreiben konnte, vielleicht an seine Freundin. Und keiner würde es merken. Nicht so, dass er es oft gemacht hätte, denn auch in dem Seminar kam er mir ziemlich engagiert vor. Und ohnehin hätte in diesem kleinen und wohlwollenden Seminar niemand etwas gesagt, auch nicht der Professor, wenn jemand mal schnell was ins Handy getippt hätte.

Das sind so die zwei oder drei Dinge, die mir noch im Gedächtnis geblieben sind. Und dann die E-Mail vorhin. Im Text fand ich beim Überfliegen zunächst gar nicht seinen Namen und wunderte mich, ob ich mich irgendwie verlesen hätte. Dann schaute ich in den Betreff, dort stand Sebastian Eisele. Als ich die E-Mail an las, musste ich zu meinem Erschüttern feststellen, dass er nach langer und schwerer Krankheit gestorben war.

Er ist uns ein Stück vorausgegangen und ist nun heimgekehrt ins Hause Gottes. Es tut mir sehr leid, für alle, die im kannten, ganz besonders für seine Familie. und ich wünsche ihm, dass er nun in Gottes Realität leben kann. Amen.

Unter folgendem Link findet man die Traueranzeige der Schule, an der er zuletzt unterrichtet hatte.

https://trauer.sueddeutsche.de/mobil/traueranzeige/sebastian-eisele

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