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Da bauten die Menschen einen Turm

Da bauten die Menschen nicht einen Turm von Babel, nicht einen, um Gott zu erreichen, ja, ihn zu übertrumpfen vielleicht, aber sie bauten Türme, um klarzumachen, wer den längsten hat, also den höchsten gewissermaßen.

Heute sind sie schon seit vielen Jahrhunderten tot, aber ihre Türme stehen immer noch. Würden sie heute leben, würden sie wohl keine Türme bauen, sondern vielleicht Porsche fahren oder Mercedes.

Wie auch immer, sie müssten heute anderen Menschen weiß machen, dass sie etwas ganz Besonderes sind. Denn darum ging es auch damals, klarzumachen, man sei irgendwie besser als die anderen. Langer Turm, toller Kerl, krasse Familiendynastie.

Wohl dem, der das nicht nötig hat. Wohl dem, der sich beispielsweise von Gott geliebt fühlt und so wichtig, dass er gar nicht auf die Idee käme, in den Wettstreit um Türme und Porsche und Mercedes eintreten zu müssen. Der vielleicht zwar einen Turm hätte, aber nicht, um sich etwas beweisen zu müssen, sondern einfach nur deswegen, weil er gerne einen Turm hat. Oder einen Porsche oder einen Mercedes.

Denn dieser kleine Unterschied würde allen Unterschied machen: Ob man etwas braucht, um jemand zu sein, oder ob man fühlt, dass man etwas wert ist und trotzdem einen Turm besitzt, weil man eben Türme gerne mag.

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