Ist Auferstehung überhaupt denkbar?

In einer rein materialistisch gesehenen Welt, nein. Aber ist dieses Konzept von Welt überhaupt so richtig?

Es gibt heutzutage bei reflektiert denkenden Menschen wohl nicht mehr allzu viele, die einen reinen und puren Materialismus vertreten. Ihm zufolge besteht nämlich alles aus kleinsten unteilbaren Teilchen, die dann auch so eine Art Murmeln sind. Also etwas, was materiell ist. Wir wissen heute allerdings schon mehr, nämlich dass Materie im Kleinsten nur aus Energie besteht und die philosophische Frage ist eigentlich die, was um alles in der Welt Energie eigentlich ist?

Aber im reinen und puren und antiken Materialismus wäre es so, dass die ganze Welt aus winzigen Zahnrädchen, also kleinsten Teilchen, kleinsten Murmeln zusammengesetzt wäre. Alles wäre daraus aufgebaut, auch die Lebewesen und natürlich die Menschen. In einem solchen System wäre allerdings nirgendwo Platz für etwas Geistiges. Nicht einmal ein Gedanke könnte existieren. Alles wäre nur actio und reactio.

Rene Descartes hatte die Idee, dass es eine geistige Welt gebe und eine materielle. Die Seele, also das, was den Menschen ausmacht, sei in der geistigen Welt angesiedelt und über die Hypophyse, die Hirnanhangdrüse, mit dem menschlichen Körper verbunden. Allerdings fand man nie wirklich Anhaltspunkte, die diese These hätten erhärten können. Dieser Dualismus, Materie und Geist, lässt sich also auch nicht nachweisen. Genausowenig, wie der reine Materialismus zu beweisen wäre.

Warum aber eigentlich die Zweiteilung?

Vielleicht ist alles ein Monismus, es gibt nur eine einzige Substanz, aus der alles besteht. Man braucht sie nicht weiter aufzuteilen in Materie und Geist, weil dies vielleicht völlig irrelevant ist für diese Substanz. In diese Richtung gingen der ehemalige Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker, welcher der Ansicht war, alles sei letztlich etwas Geistiges, im Grunde das ganze Universum. Und er ist mit seiner Sicht nicht allein.

Wenn man nun hier noch die Sicht des evangelischen Theologen Jürgen Moltmann mit hinzufügt, welcher sich die Existenz von allem so vorstellt, dass Gott in seiner Dreiheit aufgrund seiner Liebe und seiner Kreativität innerhalb seiner Selbst Raum schuf für alles Leben und das ganze Universum und alle Existenz, hat man eine ganz neue Sicht auf die Welt.

Alles, was es gibt, wäre demnach gewissermaßen ein Gedanke Gottes. Gedanke ist hier allerdings wohl nicht so zu verstehen, dass Gott einem vorgeben würde, wie man handeln müsste, denn die Gedanken sind frei, wie wir aus einem Lied vielleicht wissen. Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten, sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten. Und so weiter.

Wenn man dann aber gedanklich bei solch einem Monismus angelangt ist, ist Auferstehung durchaus möglich. Auch Gebet ist möglich, Gebet, das nicht irgendwie ungehört verhallt vor irgendwelchen materiell gedachten Zahnrädchen oder Atomen, sondern Gebet, das mitten in Gott drin ist. Und Leben, alles Leben, das mitten in Gott drin ist. Warum sollte dann eine Auferstehung nicht möglich sein, wenn wir alle ohnehin schon mitten in Gott drin sind und in ihm existieren.

Um noch einen abschließenden Konnex zum Titelbild herzustellen: vielleicht ist unser derzeitiges Weltbild einfach schief und müsste gerade gerückt werden.

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