Was bedeutet Gründonnerstag?

Am Gründonnerstag denkt man an das letzte Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte, bevor er im Garten Gezemaneh in Jerusalem von Judas durch einen Kuss an die Römer verraten wurde. Danach wurde er zu dem römischen Vasallenkönig Herodes und dann zum römischen Präfekten Pontius Pilatus gebracht, der ihn schließlich zum Tode verurteilte.

Am folgenden Karfreitag vor etwa 2000 Jahren wurde Jesus dann am Kreuz hingerichtet und starb. Da das Leben Jesu nach christlicher Lesart nur richtig verstanden werden kann, wenn man einerseits sagt, er war ein wahrer Mensch, andererseits aber wahrer Gott, ist es also so, dass Gott bis zum Ostersonntag, an dem Jesus auferstanden, tot war.

Allerdings ist es natürlich etwas verwirrend, wenn man das so liest. Nach außen zeigt sich der christliche Gott nämlich monotheistisch, nach innen aber polytheistisch, als Dreiheit, also innerhalb seiner Selbst in 3 Hypostasen unterteilt, Vater, Sohn und heiliger Geist. Eine davon, also eine Erscheinungsform Gottes gewissermaßen, war sich nicht zu schade dafür, am Kreuz zu sterben und so das Leiden der Menschen einmal live und ohne Erbarmen selbst zu durchleiden. Er machte von seiner unbegrenzten Macht keinen Gebrauch, sondern starb so, wie er gelebt hatte, als Pazifist, der sich nicht wehrte.

Hätte er sich gewehrt, er, Gott, wäre es ihm ein Leichtes gewesen, die Römer und auch alle Nationen derart zu erschrecken, dass heutzutage niemand mehr wagen würde, auch nur einen falschen Gedanken zu denken. Allerdings wären wir Menschen dann alle Marionetten Gottes. Und damit wir dies nicht sind, so steht zu vermuten, machte Jesus, in welchem sich Gott zeigte, keinen Gebrauch von seiner Allmacht.

Am Karfreitag war mit Jesus also nicht Gott insgesamt tot, sondern nur ein Teil Gottes im Tode, blieb aber nicht darin.

Aufgrund der Botschaft Jesu, die er in seinem Leben, seinen Taten und seinen Worten vermittelte, glauben Christen, mit hineingenommen zu werden in diese neue Dynamik, die sich in Jesus Christus erstmals zeigte, nämlich in die Dynamik, dass der Tod nicht das Aus bedeutet und nicht das Letzte ist. Sondern dass Gott, ein liebender und gnädiger Vater, wie Jesus es in einem Gleichnis darstellt, die Menschen nicht im Tode lässt, die an ihn glauben. Das ist die Hoffnung von Ostern.

Soweit zum theologischen Teil und der inhaltlichen Erklärung.

Achso, sicher warten Sie noch auf die Auflösung, warum es denn nun Gründonnerstag heißt. Ich hatte diesen Köder ja ausgelegt, um Sie in diesen Artikel hier zu locken und Sie sind mir auch willfährig auf den Leim gegangen. Nun, man weiß es nicht genau, es gibt fünf Erklärungsvarianten. Nicht sonderlich aufregende, aber wenn Sie wollen, können Sie ja gerne hier nachlesen, wo der Name denn nun herkommt.

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