Die alte Schule

Kommt man in den zweifelhaften Genuss, zufällig an dem Ort vorbeizugehen, an dem einst das eigene Gymnasium stand, an dem heute aber ein komplett neues Gebäude steht, muss man sich eingestehen, dass das eigene Abitur doch nicht erst zwei oder drei Jahre zurückliegt.

Auch, wenn man von dem neuen Gebäude wusste und es im Vorbeifahren auch immer mal wieder gesehen hatte, ist es doch, so man es zu Fuß passiert, noch mal etwas anderes.

Ob es sonderlich schön ist, sei mal dahingestellt. Da man gerade ohnehin durch den Ort unterwegs ist und einem immer mal wieder der Gedanke der Bausünde in den Kopf kommt, ist man vielleicht ein wenig vorbelastet diesbezüglich. Womöglich tut das schlechte Wetter sein übriges, um das Gymnasium ein wenig hässlicher erscheinen zu lassen, als es tatsächlich ist.

Es ist dort auf jeden Fall so, dass man sich unter einem massiven, dunklen Baukörper hindurcharbeiten muss, um endlich zum Eingang zu gelangen, welcher sich im Inneren aufgrund seiner Größe in Richtung Unendlichkeit zerfasert. Ja, dieser dunkle Schlund, den Sie da von vorne sehen, das ist tatsächlich der Eingang, welcher dann die Schüler und Lehrer verschluckt.

Rechts daneben ist eine Treppe zu einem Erweiterungsbau hingeklatscht, der ein wenig mehr Raum sicherlich gut getan hätte.

Und schaut man sich von der Frontsicht her den Sonnenschutz an, der blau und rot variiert, nimmt man einerseits zur Kenntnis, dass sich der Architekt damit womöglich gedacht hat, eine gewisse Individualität durchschimmern zu lassen, vielleicht sollte sie symbolisieren, jeder Schüler sei einzigartig und einmalig, die allerdings durch die relativ strenge Linienführung dann auch gleich wieder zunichte gemacht wird: Doch nicht so individuell und einzigartig jeder Einzelne, sondern schön und brav aufgereiht.

Ich schiebe diese negative Sicht mal auf das schlechte Wetter und darauf, dass die eigene Schule in der Erinnerung ja immer schöner war, auch, wenn sie eigentlich ein reiner, pragmatischer und orange eingefärbter Zweckbau aus den Siebzigern war.

Möglicherweise hat das neue Gymnasium vom Kollegium her durchaus einen Charme und ist individueller, als es von außen scheint. Was ja nicht schwer wäre. Und möglicherweise sieht es bei gutem Wetter dann nicht mehr ganz so trist aus.

Wollen wir das mal hoffen.

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