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Sparkassen-Streit: Männin will nicht Mann genannt werden

Frau Krämer, 80 Jahre alt, wollte es einfach nicht mehr hinnehmen, im Formular ihrer Sparkasse mit „Kunde“ angesprochen zu werden. Dies entspreche nicht der Gleichstellung von Mann und Frau, es müsse „Kunde“ und „Kundin“ heißen.

Sie erhob Klage beim Bundesgerichtshof, verlor aber. Dieser begründete sein Urteil damit, dass komplizierte Texte durch die Nennung beider Geschlechter noch unnötig weiter verkompliziert würden. Frau Krämer möchte nun vors Verfassungsgericht ziehen.

Ich zitiere in diesem Zusammenhang mal die theologische Vorstellung der Entstehung des Menschen aus Genesis 2, 23.

23 Da sprach der Mensch: Die ist nun Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist.

In dieser Übersetzung der Lutherbibel von 2017 bekommt Adam also eine Männin an die Seite gestellt.

Dabei geht es allerdings gar nicht so sehr um Mann und Männin. Der Begriff Adam bedeutet im Hebräischen eigentlich Mensch, was Bezug nimmt auf das Wort Adamah, Erdboden. Der Mensch ist also der, der aus Erde gemacht wurde. Und aus ihm entsteht dann Eva, was übersetzt soviel bedeutet wie „die Belebte“.

Das hebräischen Worte für Frau (hebräisch אִשָּׁהiššāh) und Mann (hebräisch איִשׁ īš) sind einander sehr ähnlich, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Es handelt sich um ein Wortspiel: So wie der Mensch (ādām) aus der Erde (ădāmāh) hervorgeht, so geht die Frau (iššāh) aus dem Mann (īš) hervor.

(Quelle)

Der Mensch geht also aus der Erde hervor und aus ihm heraus geht ein weiterer Mensch hervor, so dass beide nicht mehr alleine sind. Im Grunde sind somit beide gleichberechtigt. Dann beide stammen letztlich aus der Erde.

Vielleicht wäre es deswegen besser, sollte Frau Krämer weiterhin klagen wollen, wenn künftig in Formularen der Sparkasse nicht mehr von „lieber Kunde“ die Rede wäre, sondern von „lieber Mensch“. Denn damit wären dann beide gemeint, Mann und Frau, die beide ja Menschen sind. Und auch alle, die irgendwie im Transgenderbereich angesiedelt sind. Denn die müssten sonst ja als nächste klagen.

Lieber Mensch, eröffnen Sie doch ein Konto bei der Sparkasse!

Da wäre dann nur noch das Problem, dass es eben der Mensch ist. Frau Krämer könnte natürlich in die Richtung klagen, dass es dann künftig die Mensch heißt oder das Mensch. Wobei dann auch immer jemand benachteiligt wäre, vielleicht sollte man auf den bestimmten Artikel komplett verzichten. Einfach anstatt von der Mensch nur noch „Mensch“.

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