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Was kommt hinter dem Ende des Universums?

Um diese Frage dreht es sich in dem Film Isra 88. Man kann ihn z.b. kostenlos auf Amazon Prime schauen, sofern man eine Prime Mitgliedschaft hat.

In der Folge liefere ich mal meine Interpretation. Zwei Rezensionen habe ich überflogen zu dem Film, aber die sind aus ihm offenbar nicht sonderlich schlau geworden. Drum wage ich mich also mal daran.

Zwei Personen sind auf dem Weg ans Ende des Universums, um zu schauen, was dort ist. Der Pilot des Raumschiffs und ein Biologe. Sie sind offenbar sehr lange unterwegs, wenngleich das Raumschiff scheinbar sehr schnell fliegt.

Lange Zeit bekommt der Zuschauer die Monotonie der Abläufe im Raumschiff zu spüren, dann jedoch eines Morgens fällt dem Piloten ein Gegenstand in das Aquarium, in dem zu Forschungszwecken ein Zitteraal herumschwimmt. Vorsichtig fasst er mit der Hand hinein und die Sache würde auch gut gehen, würde da nicht die metallene Halskette auch ins Wasser hängen und der Zitteraal an ihr knabbern. Dies tut der Fisch jedoch und der Pilot stirbt durch einen Stromschlag.

Der Biologe findet ihn tot vor und legt ihn letztlich in einen Sack, den er in den Weltraum hinaus entschweben lässt. Du kommst bestimmt nicht zurück, so in etwa sagt der Biologe ein paarmal zu dem Verstorbenen. Womit er sich täuscht.

Denn im Folgenden werden zwar die Szenen immer ein wenig wirrer und scheinen auch zeitlich versetzt zu sein, dennoch sieht man den Piloten in allen möglichen Positionen am Aquarium stehen und jedes Mal erneut in einer leicht abgewandelten Variante durch einen Stromschlag sterben.

Es scheint hier also so zu sein, dass diese beiden Personen nicht das erste Mal mit dem Raumschiff in Richtung der Grenze des Universums unterwegs sind, sondern offenbar schon unzählige Male, vielleicht unendliche Male. Und jedes Mal wieder stirbt der Pilot, als er irgendwie mit diesem Zitteraal in Berührung kommt, aber jedes Mal ein wenig anders.

Dann allmählich nähert man sich doch tatsächlich dem Ende des Universums.

Das Licht der Sterne ist schon lange komplett verschwunden, man sieht nichts mehr als gähnende und erdrückende Dunkelheit draußen. Bis plötzlich das Raumschiff gegen eine Wand fliegt. Man erinnert sich hier ein wenig an die Truman Show. Die Wand zersplittert und das Schwarz weicht allmählich einem grellen Weiß, das durch die Risse hindurch scheint, bis das Raumschiff plötzlich nur noch in grellem Weiß schwebt.

Szenenwechsel. Man sieht den Biologen, der mit seiner Freundin oder Frau in einem Haus ein Gespräch hat, dann vor das Haus geht und darauf klingelt das Telefon, er läuft wieder hinein. Die Kamera schwenkt hinauf zum Himmel, wo man erkennt, dass dort, wo eigentlich die Atmosphäre bzw der Weltraum beginnen müsste, das Raumschiff der beiden gegen die Atmosphäre geflogen ist, also gegen diese besagte Wand eben.

Das Ganze ist verwirrend. Die beiden Protagonisten fliegen also jahrelang mit enormer Geschwindigkeit von der Erde weg, um am Ende des Universums plötzlich wieder zu sich selbst zu finden und wieder genau dort zu sein, wo sie losgeflogen sind.

Wieder ein Szenenwechsel. Man sieht die beiden, den Piloten und den Biologen, gemeinsam im Raumschiff, sie tüfteln irgendwas an Kabeln herum und der eine meint, der andere dürfe bloß nicht das falsche Kabel kappen. Der meint, er habe es im Griff, es sei das rote. Und dann hört man plötzlich den anderen, nein, es sei das grüne gewesen. Die Kamera zoomt hinaus, man sieht das Raumschiff von außen, dessen Antrieb plötzlich stoppt, dann kollabiert das Raumschiff, um danach in einem gewaltigen Lichtblitz zu explodieren.

Was soll das Ganze? Nun, ich bin wie gesagt bei den anderen beiden Rezensionen nicht ganz schlau aus der Sache geworden, aber meine Interpretation wäre die folgende.

Das Universum wird hier als eine Art Kreis gedacht, das Leben ebenso. Wenn man ewig weit im Universum in die eine Richtung fliegt, kommt man am Anfang des Kreises wieder hinaus. Und ebenso verhält es sich mit dem Leben. Weil das Universum begrenzt ist, müssen die Menschen bis in alle Unendlichkeiten hin ihr Leben in allen möglichen Varianten wiederholen. Deshalb fliegen die beiden Protagonisten offenbar schon unzählige Male in Richtung des Endes des Universums, der Pilot stirbt unzählige Tode am Aquarium des Zitteraals, nur um danach unendliche Male die gleiche Reise wieder anzutreten.

Philosophisch ist das Ganze natürlich nicht uninteressant. Angenommen, das Universum wäre endlich und auch die Teilchen und kleinsten Teilchen innerhalb des Universums wären endlich, theoretisch also zählbar und durch eine, wenn auch riesengroße Zahl ausdrückbar, so müsste sich tatsächlich alles wiederholen. Wie bei einem Billardspiel. Dort ist es recht wahrscheinlich, dass zwei Kugeln irgendwann mal wieder an derselben Stelle liegen. Bei 10 Kugeln ist es natürlich nicht mehr so wahrscheinlich, und bei allen Atomen und kleineren Unterteilen im Universum ist es natürlich noch wesentlich unwahrscheinlicher. Aber mit diesem Gedanken spielt der Film. Alles wiederholt sich bis in alle Unendlichkeit hin, aber immer im kleinen Varianten, die voneinander abweichen. Und der Mensch hat keine Chance, aus dem Ganzen auszubrechen. Es ist im Grunde die Vorstellung eines rein mechanistisch funktionierenden Universums.

Es ergibt sich also die Frage, ob die Wirklichkeit auch so ist? Nun, wir Menschen werden es wohl nie wirklich wissen. Aber es wäre doch eine ziemlich bedrückende Vision.

Beruhigender und meiner Meinung nach auch näher an der Realität dran ist es, dass das Universum unbegrenzt ist. Raum und Zeit kamen mit dem Urknall in Existenz, was jedoch dahinter steht, ist wohl komplizierter, als eine derart mechanistische Vorstellung des Universums.

Meiner Meinung nach steht Gott hinter allem, den man jedoch als Mensch nicht wirklich verstehen kann. Er entwarf Raum und Zeit und gab dem Menschen das Ich, das auch oftmals als die Seele bezeichnet wird, und von dem man annimmt, dass es selbst entscheiden kann. Ein Ich also, welches nicht mechanistisch immer wieder die gleichen Fehler macht, weil es ja überhaupt nicht anders kann, und dies dann noch bis in alle Unendlichkeit hin.

Die christliche Vorstellung ist, dass Gott alles geschaffen hat, es auf den Weg gebracht hat und es zu einem gewissen Ziel führen möchte. Dass der Mensch innerhalb dieser Welt und dieses Universums allerdings einigermaßen frei entscheiden kann und nach dem Tod auch nicht wieder in einen endlosen Kreislauf der Wiederholungen einmündet, sondern dann in Gottes Ewigkeit existieren darf. Wobei man sich nicht vorstellen kann, wie diese Ewigkeit aussieht. Aber man darf hoffen, dass sie gut ist. Denn Jesus, der für Christen ja zeigt, wie Gott ist, beschreibt Gott als barmherzig und liebevoll und gütig. Und als einen, der die Menschen nicht im Tode lässt.

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