Russische Hacker fühlen sich diskriminiert

Wenn private Computer gehackt werden, macht keiner eine Szene und das bekommt in der Regel auch niemand mit, sobald aber irgendwie russische Hacker mal Regierungsnetze oder den Bundestag in Deutschland hacken, ist immer gleich Drama. Irgendwo etwas diskriminierend das Ganze.

Russische Hacker haben offenbar das deutsche Regierungnetz gehackt, und das vermutlich schon seit einem Jahr. Erkannt wurde es im Dezember und bereits im Februar haben die deutschen Behörden etwas dagegen unternommen. Für Behörden ist das ja relativ schnell.

Es habe aber zu keiner Zeit eine Gefahr für irgendwen oder irgendwas bestanden, gehen Sie bitte weiter, es gibt hier nichts zu sehen.

Über das Regierungsnetz kommunizieren in Deutschland der Bundestag, die Bundesregierung, die Ministerien, der Bundesrechnungshof und verschiedene Sicherheitsbehörden miteinander. Wer dort Einblick hat, hat schon ziemlich tiefen Einblick in die deutsche Politik und den deutschen Staat.

Vielleicht war es doch keine so gute Idee, die russische Antivirensoftware Kaspersky für derartigen Netze zu verwenden. (Just a joke.)

Auf Daten des Verteidigungsministeriums hätten die russischen Hacker angeblich jedoch keinen Zugriff gehabt. Allzu dramatisch wäre das vermutlich aber nicht gewesen, denn dann hätten sie eben Zugriff auf den einen funktionierenden deutschen Panzer und das halbe funktionierende deutsche U-Boot gehabt. So what.

Man vermutete ja bis vor dem Bekanntwerden dieses Hackerangriffs, dass es russischen Kreisen eigentlich schon genügend könnte, in die SPD einzutreten und über die Mitgliederbefragung eine Regierungsbildung in Deutschland zu verhindern, denn für einen Eintritt in die Partei braucht man nicht die deutsche Staatsbürgerschaft zu haben. Aber wer einmal Geschmack am Hacken gefunden hat, kann da vermutlich nicht so leicht mit aufhören. Macht ja wahrscheinlich auch Spaß das Ganze irgendwo.

Wie hieß das eigentlich noch bei der NSA-Affäre? Ausspionieren unter Freunden, das gehe ja gar nicht. Wie müsste man das jetzt bei Russland formulieren? Ist Russland Freund oder Feind oder vielleicht Bruder? Der Unterschied zwischen Freunden und Brüdern ist ja der, dass man sich die Brüder nicht aussuchen kann. Also diejenigen, mit denen man zufällig auf dem gleichen Kontinent sitzt. Naja, fast auf dem gleichen Kontinent, aber doch zumindest auf dem Landweg verbunden.

Ach ja, und wie war das doch noch gleich? Hatte nicht der ehemalige Bundeskanzler, der sich die Haare nach eigenen Angaben nicht färbte, wie hieß er nochmal, ach ja, Gerhard Schröder, derjenige, der nun ganz uneigennützig und nicht irgendwie aus privaten finanziellen Interessen bei Gazprom im Aufsichtsrat sitzt und sich gerne für die lupenreine, russische Demokratie ausspricht, für den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 geworben und sich dafür eingesetzt? In Ländern wie der Ukraine läuft man deswegen schon fast Amok, weil man Angst hat, sofern Nord Stream 2 fertig sei, müsse Russland ja kein Gas mehr durch die Ukraine liefern in Richtung Europa. Das allein wäre noch nicht so das Problem, aber wenn die Ukraine nicht mehr als Gastransferland gebraucht werden würde, könnte das im Umkehrschluss ja bedeuten, dass Genosse Wladimir Wladimirovich Putin seine Unterstützung für die angeblichen Aufständischen in der Ostukraine dann auf das ganze Land ausweitet, sodass die ganze Ukraine mit Krieg überzogen werden könnte. Das hat Genosse Schröder vermutlich nicht so im Hinterkopf gehabt, oder es ist ihm egal. Hauptsache das Haar ist nicht gefärbt und hat seine schöne, kräftige und natürliche Farbe.

Derweil wird zumindest fleißig weiter gehackt, bis Nord Stream 2 fertig ist. Danach kann man sehen, ob man den Krieg aus dem Cyberspace vielleicht auch mal wieder in die reale Welt hinüberholt. In diesem Fall müsste dann vielleicht auch die deutsche Bundeswehr ihren einen funktionstüchtigen Panzer mal auftanken.

Nachtrag 17:15 Uhr

Wie „B5 Aktuell“ gerade berichtet, läuft offenbar der Hacker-Angriff noch und wird als ziemlich schwerwiegend angesehen. Vielleicht wäre das jetzt mal ein guter Zeitpunkt, wo Genosse Schröder das Telefon in die Hand nehmen und Genosse Putin diesbezüglich anrufen sollte. Denn sowas geht doch unter lupenreinen Demokraten gar nicht, dass man sich gegenseitig die Regierungsnetze hackt.

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