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Wie antisemitisch sind Sie?

Dass Dossier der aktuellen Printausgabe der ZEIT widmet sich dem Thema Antisemitismus in Deutschland. Um ein paar wenige Grundlinien zu nennen, sei das Folgende erwähnt.

Zum einen ist es offenbar so, dass manche muslimisch geprägte Menschen, darunter auch Flüchtlinge, einen gewissen Antisemitismus von zu Hause mitbekommen haben. Dieser kann in einigen Fällen jedoch einigermaßen entkräftet werden, wenn sie über die Hintergründe genauer informiert werden. Aber auch nicht immer.

Zum anderen hat sich offenbar auch in Deutschland ein gewisser Antisemitismus gehalten, der immer mal wieder in stereotypen Sichtweisen in Bezug auf Juden deutlich wird.

Eines der Probleme ist beispielsweise, dass einige Menschen Juden und den Staat Israel vermischen. Das ist allerdings ziemlicher Unsinn. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel beispielsweise, evangelische Pfarrersochter, wird ja auch höchstens für ihre Politik kritisiert, nicht dafür, dass sie evangelische Christin ist. So verhält es sich auch mit dem Staat Israel und dortigen Politikern, wenngleich die Politiker dort natürlich ähnlich heterogen sind wie in Deutschland: Was ein Politiker so von sich gibt, ist in der Regel etwas Politisches, nichts Religiöses.

Auch die Theorie der „Weltverschwörung des jüdischen Kapitals“ geht in die Richtung von Rassismus und Antisemitismus. Es gibt sicher einige jüdische Menschen, die reich sind. Es gibt aber mindestens genauso viele, wenn nicht wesentlich mehr Menschen, die christlich sind, muslimisch, atheistisch oder sonst was und die ebenfalls reich sind.

Unterwandern die Juden etwa die Gesellschaft? Diese Frage ist genauso irreführend, wie wenn man sie in Bezug auf Christen stellen würde. Unterwandern Christen die Gesellschaft? Oder Atheisten ? Wie überall gibt es in jeder politischen und religiösen Sparte sicherlich Lobbygruppen, die versuchen, die eigenen Interessen durchzusetzen. Dies aber als allein jüdisch anzusehen ist genauso absurd, wie es beispielsweise als primär christlich, muslimisch oder atheistisch zu betrachten.

In den ersten Jahrhunderten des Entstehens des Christentums wurden den Christen alle möglichen üblen Nachreden angehängt. Nachdem die Christen zahlenmäßig groß genug waren, wusste man auch viel über diese Gruppe, so dass man sich einer anderen, kleineren Gruppe zuwandte, dem Judentum. Es geht im Grunde immer nach dem gleichen Schema. Ist eine Gruppe klein und weiß man nicht allzu viel über sie, wobei das heute in diesem Sinne natürlich gar nicht mehr stimmt, dass man übers Judentum irgendwie zuwenig wüsste, läuft die Gruppe Gefahr, durch unsinnige Behauptungen stigmatisiert zu werden.

Wir alle auf der Welt sind Menschen. Nicht zuvörderst Juden, Christen, Muslime, Buddhisten oder sonst was. Primär sind wir Menschen. Und nach dem deutschen Grundgesetz und auch der christlichen Vorstellung haben wir alle dieselben Rechte. Dieser Gedanke sollte uns davor bewahren, irgendeiner Gruppe kollektiv negative Eigenschaften zuschreiben zu wollen. Jede Gruppe besteht aus vielen Individuen, und jede noch so homogene Gruppe ist dennoch in sich immer wieder heterogen. Deshalb kam es zu Kirchenspaltungen beispielsweise. Es gibt genauso wenig die Christen als Kollektiv, die alle gleich wären, die es die Juden gibt oder die Muslime die Atheisten.

Unter folgendem Link können Sie einmal selbst und anonym testen, wie antisemitisch Sie eigentlich eingestellt sind.

https://www.watson.ch/Quiz/Naher%20Osten/425868239-Sind-Sie-ein-Antisemit–Machen-Sie-den-Test!

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