Stickoxide an Menschen getestet

VW, Daimler und BMW haben offenbar eine Kurzzeitstudie gefördert, in deren Rahmen 25 Personen über mehrere Stunden hinweg Stickoxide in verschieden hoher Dosierung eingeatmet haben. Stickoxide, so nimmt man an, sind vermutlich krebserregend, auf jeden Fall aber sicherlich nicht gut für den menschlichen Organismus.

Stickoxide werden auch bei vielen älteren Dieselfahrzeugen in besonderer Weise freigesetzt. Von daher sollte die besagte Studie offenbar nachweisen, dass Stickoxide doch gar nicht so schlimm seien, ja vielleicht sogar gesundheitsförderlich?

Und in der Tat, eine negative Wirkung sei nicht nachgewiesen worden. Wen wundert es. Gewisse Lobbygruppen haben ihre Arbeit wohl gründlich gemacht. Man könnte fast schon das Gefühl bekommen, Raumsprays herstellen zu müssen, um sich seine tägliche dringend benötigte Ration an Stickoxiden jederzeit holen zu können. Vielleicht sollte man das Ganze dann ins Gegenteil verkehren: geht es Ihnen schlecht? Klar, Sie haben wahrscheinlich zu wenig Stickoxide inhaliert!

Was aber doch verwundert, ist, dass es solch eine Art von Studie überhaupt geben darf in Deutschland. Es gibt zwar immer mal wieder pharmazeutische Studien, die vielleicht auch umstritten sind, aber meiner Wahrnehmung nach geht es bei ihnen in der Regel darum, ein Medikament an Freiwilligen zu testen, von dem man annimmt, dass es zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes führen könnte.

Bei oben angesprochener Studie jedoch geht es um das genaue Gegenteil. Stickoxide, von denen man annimmt, dass sie krank machen, sollen untersucht werden in der Hoffnung, dass sie vielleicht doch nicht so sehr krank machen. Und das ist natürlich ethisch durchaus problematisch, wenn man solche Studien durchführt.

Was, wenn die 25 Probanden, die daran teilgenommen haben, nun im Laufe der Jahre doch noch an Lungenkrebs erkranken? Oder an anderen Krankheiten, die auf die Inhalation dieser vermutlich giftigen Stoffe zurückgeführt werden können?

Wo Geld im Spiel ist, und bei der Autoindustrie ist viel Geld im Spiel, ist die Moral wohl nur dann ein Freund, wenn sie den Geldfluss unterstützt. Ansonsten soll man sich doch nicht so mit ihr haben. Sollten nun gewisse Pressesprecher aus der Autoindustrie meinen, die Versuche seien doch gar nicht so dramatisch gewesen, müsste man ihnen mal die Frage stellen, ob sie denn bereit wären, selbst an ihnen teilzunehmen. Oder ihre Familienpartner oder Kinder. Wenn sie das beruhigt bejahen würden, dann könnte man vielleicht tatsächlich beruhigt sein. Könnte.

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