Ist die Welt in 7 Tagen entstanden?

Es gibt ja Menschen, die, wenn sie auf die Bibel zu sprechen kommen, irgendwo etwas mal aufgeschnappt haben und das dann für absurd halten.

Das ist natürlich einerseits gut so, weil sie zumindest mitdenken, andererseits haben sie wahrscheinlich etwas Falsches verinnerlicht oder aufgeschnappt, weil sie dann mit dem mitdenken auch schnell wieder aufgehört haben. Wenn sie zum Beispiel meinen, man könne die Bibel doch gar nicht ernst nehmen, wenn darin so Sachen stünden wie eine Weltentstehung in 7 Tagen.

Wenn man die Schöpfungsgeschichte, die als erste in der Genesis steht, liest, könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, die Welt sei in 7 Tagen entstanden. Allerdings gilt eine derartig wörtliche Sicht in den meisten Kirchen wohl schon als überholt.

Tatsächlich gibt es aber gleich zwei Schöpfungsberichte, denn nach dem oben erwähnten beginnt gleich der nächste. Beide wurden von unterschiedlichen Verfassern entworfen.

Derjenige mit den sieben Tagen entstand im babylonischen Exil, als große Teile der jüdischen Oberschicht über Jahrzehnte dorthin verschleppt waren. Dort trafen sie auf verschiedene Vorstellungen von Göttern, so z.b. auf Marduk, den babylonischen Obergott, dessen Daseinsberechtigung der Kampf war.

Die jüdischen Priester verfassten einen Gegenentwurf, wonach die Welt prinzipiell nicht Kampf sei, sondern vom Kern her gut. Sie fassten ihren Entwurf in einen Hymnus, den man auch im Gottesdienst sprechen oder singen konnte. Die einzelnen Tage sind vermutlich so eine Art Refrain.

Insofern sollte man diesen Schöpfungsbericht nicht wörtlich nehmen, sondern darin das sehen, was gemeint ist, dass die Welt von Gott geschaffen wurde, dass sie prinzipiell gut ist und dieser Gott es gut mit ihr meint und dass der Mensch eine besondere Stellung in ihr besitzt.

Zudem wurde das, was man heute vielleicht wissenschaftliche Erkenntnisse nennen würde, in den Text integriert, auch, wenn man heute in dieser Hinsicht natürlich weit genauere Kenntnisse besitzt. Insofern ist aber der Schöpfungsbericht der Versuch, Theologie und Wissenschaft zusammenzubringen und auf die Frage zurückzuleiten, was hinter allem steht. Nämlich Gott.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfungsgeschichte_(Priesterschrift)

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. ittagebuch sagt:

    Das mit dem „man sollte es nicht wortwörtlich nehmen sondern verstehen, was gemeint ist“ trifft denke ich auf den größten Teil der ‚heiligen Schrift‘ zu. Das ist wie mit Berichten aus der ‚Lügenpresse‘ heutzutage ( wobei ich das Wort nur wegen der Plakativität verwende ): jemand hält eine Rede, einzelne Sätze werden zitiert und wirken außerhalb des gesagten Kontexts ganz anders. So ist das vielleicht auch mit vielen der Bibel – in der Situation von vor 2000 Jahren war klar, was gemeint war. Heute nicht mehr so. Erinnert mich dann auch ein bischen an Dan Brown und seine Story im Film über ein Konzil, in dem entschieden wurde, welche Texte denn nun zur Bibel gehören und welche nicht. Kindergeschichten von Jesus zB wurden weggelassen. Frage ist dann natürlich, WAS aus der Bibel denn nun alles sinnbildlich zu verstehen ist und was wirklich so verstanden werden soll, wie es geschrieben wurde. Wobei ich ehrlicherweise auch nur pseudo-wissender bin: ich hab auch nur wenig der Bibel selbst gelesen und übernehme gerne Meinungen anderer über den Inhalt…

  2. Ich denke, die Bibel muss von jeder Generation auch immer wieder neu interpretiert und hinterfragt werden, damit dann jeder für sich selbst entscheiden kann, welche Teile er wie gewichten möchte. Generell ist die Bibel würde ich sagen ein langes Suchen und Finden von Gott, über welches unzählige Priester und Theologen und vielleicht auch andere Leute darin berichten.


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