Als Jesus mal kein Pazifist war

Zu Beginn von Jesu wirken steht ein Bericht, demzufolge er in die Wüste ging, lange, das Neue Testament spricht hier von 40 Tagen.

Dort spricht der Teufel ihn an und stellt ihm in Aussicht, ihm alle Reiche dieser Welt zu geben, wenn er sich bloß vor ihm nieder werfe und ihn anbete. Diese Stelle kann man so interpretieren, dass Jesus, der mittlerweile großen Zulauf von Anhängern hatte, überlegen musste, wie es weitergehen sollte. Sollte er, was im jüdischen Umfeld, das von den römischen Imperialisten erobert worden war, von einigen erhofft wurde, mit Waffengewalt gegen die Römer vorgehen und so die Macht über die Gedanken seiner Anhänger nutzen? Jesus entscheidet sich dagegen. Er schlägt den rein pazifistischen Weg ein und erteilt dem Teufel in der obengenannten Szene eine Absage.

Dennoch findet man eine einzige Szene, wo Jesus nicht friedlich bleibt, allerdings aber auch keinen Menschen verletzt. Es ist die sogenannte Tempelreinigung. Der Verfasser des Markusevangeliums nennt folgende Worte Jesu:

„Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker‘? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ (Mk 11,17).

Jesus schmeißt die Händler und Geldwechsler aus dem Tempelbezirk heraus, weil er meint, man solle den Tempel, das Haus Gottes, in Ehren halten. Damit legt er sich mit der Tempelaristokratie an, die durch die Händler und Geldwechsler eine lukrative Einnahmequelle hat. Möglicherweise führt diese Aktion mit zu dem Beschluss der Tempelaristokratie, dass Jesus getötet werden solle.

Auch heutzutage ist diese Szene noch aktuell. Ist eine Kirche ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, um Gottes Gegenwart zu erfahren, oder handelt es sich um einen kommerziellen Rahmen, bei dem Gott in den Hintergrund gerückt ist, das Finanzielle aber im Vordergrund steht? Geld sammeln für die Finanzierung der Räume und Gebäude, der Angestellten, Pfarrer oder Prediger, für missionarische und karitative Zwecke ist sicherlich absolut legitim. Aber manchmal gerät Gott aus dem Blick und der finanzielle eigene Vorteil ersetzt ihn gewissermaßen. Ich habe hier bei keine spezielle Kirche im Blick, tendenziell würde ich derartiges aber tendenziell eher in religiösen Sondergemeinschaften vermuten.

Klar ist, dass jede Kirche sich finanzieren muss und dies ist auch legitim. Aber es gibt auch ein Zuviel, das offenbar in Jerusalem eingetreten war uns das Jesus massiv angeht.

Die Szene wurde illustriert dargestellt in dem Musical Jesus Christ Superstar, das auch als Film in den 70er Jahren und im Jahr 2000 produziert wurde.

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