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Und wer liest so deinen Blog?

Die theolounge gibt es ja schon seit gut zehn Jahren. Sie wird auch von nicht ganz wenigen Menschen gelesen, was natürlich eine schöne Sache ist. Was mich aber manchmal wundert, ist, weshalb eigentlich meine Freunde und näheren Angehörigen damit nicht allzu viel zu tun haben, geschweige denn, dass sie irgendwie mal dort rein lesen. War mir lange Zeit unklar.

In der Tat ist es aber auch so, dass ich keineswegs meine Freunde und Verwandten mit diesen religiösen und oder theologischen Themen sonderlich behellige, weil ich sie einfach kenne und weiß, mit wem man über was sprechen kann. Und viele von denen könnten bei derartigen Themen hier nicht wesentlich einsteigen oder würden es vielleicht auch nicht unbedingt wollen. Manchmal, selten, spreche ich mit einigen dieser Leute über das ein oder andere Thema hier; aber so, dass sie in diesen Blog hier hineinlesen würden, ist es eigentlich selten oder vielleicht sogar gar nicht. Und ich fragte mich warum.

Denn hätten sie eigene Blogs, würde ich vermutlich schon ab und zu mal dort vorbei schnuppern. Würde ich? Ich weiß es nicht. Ich glaube schon, wissen tue ich es natürlich nicht.

Vielleicht ist es einfach unter Freunden und Familie der einfachere Weg, miteinander direkt zu kommunizieren. So wird es sein. Zum anderen kommt wohl auch noch etwas hinzu, was mir an exponierter Stelle exemplarisch bei einem Bericht über Jesus deutlich wurde, dass nämlich der Prophet im eigenen Lande nicht allzu viel gilt. Nun will ich mich nicht als Propheten bezeichnen, aber der Kerngedanke ist zumindest derselbe. Die Menschen, die mich schon sehr lange kennen, kennen mich zumeist aus ganz anderen Zusammenhängen und noch nicht als den, der sich um theologische und ethische Themen Gedanken macht. Vielleicht ist das der Punkt, weshalb die Menschen, die einem nahe stehen, mit diesem Blog nicht allzu viel Berührung haben, er aber andererseits durchaus eine nicht ganz kleine Wirkung hinaus in die Welt hat.

Ach so, hier im Folgenden sei einmal das Beispiel zum Thema verlinkt. Klar, ich bin weder Jesus noch ein Prophet, aber die Thematik ist eben eine ähnliche.

Die Ablehnung Jesu in Nazareth (Mk 6,1ff)

1 Und er ging von dort weg und kam in seine Vaterstadt, und seine Jünger folgten ihm nach.
2 Und als der Sabbat kam, fing er an zu lehren in der Synagoge. Und viele, die zuhörten, verwunderten sich und sprachen: Woher hat er dies? Und was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und solche Taten geschehen durch seine Hände?
3 Ist der nicht der Zimmermann, Marias Sohn und der Bruder des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Sind nicht auch seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm.
4 Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und bei seinen Verwandten und in seinem Hause.
5 Und er konnte dort nicht eine einzige Tat tun, außer dass er wenigen Kranken die Hände auflegte und sie heilte.
6 Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog rings umher in die Dörfer und lehrte.

Originell, vor einer Sekunde klingelten die Zeugen Jehovas und wollten mit mir über ein sehr altes Buch sprechen. Ich sagte ihnen, dass ich diese Sicht des Glaubens nicht teile, aber durchaus gläubig bin. Sie verabschiedeten sich dann auch freundlich über die Sprechanlage und gingen weiter. Ich denke nicht, dass sie beispielsweise auf der theolounge lesen würden, selbst, wenn ich es ihnen gesagt hätte.

Warum habe ich eigentlich nicht? Es ist wohl der folgende Punkt, wie eine frühere, alte Nachbarin, einmal sagte: wissen Sie, eigentlich wäre ich ja sehr schlagfertig, wenn mir schneller etwas einfallen würde. Tja, mir ist es eben einfach nicht eingefallen, sie auf diesen Blog zu verweisen. Dumm eigentlich. Aber wie gesagt, würden sie denn hier hineinlesen? Naja, ich hätte es wenigstens versuchen können. Der Versuch einer Gegenmissionierung gewissermaßen.

Nachtrag:

Aber so, wie ich die Missionierung der Zeugen Jehovas doch etwas unangenehm finde, wenngleich ich persönlich mich von ihnen ja ganz gut befreien konnte, ist es glaube ich auch so, dass ich selbst eben niemanden aktiv missionieren möchte, weil auch dies mir selbst suspekt wäre: Also Leute, die aktiv und offensiv missionieren und immer irgendwelche Erlebnisse mit Gott haben. Es ist zwar auch so, dass ich Begebenheiten im Leben zu erzählen weiß, bei denen ich denke, Gott hat eingegriffen und geholfen, aber damit herumgehen und Menschen davon erzählen, die dies womöglich gar nicht hören wollen, wäre nicht mein Ding. Da finde ich dann doch diesen Blog hier dezenter, denn wer möchte, kann hier hineinlesen. Und so könnten das auch meine Freunde und Verwandte, wenn sie es wollen. Und wer weiß, vielleicht macht es der ein oder andere ja auch.

Das Haus der ehemaligen und nicht allzu schlagfertigen Nachbarin. Auch wir selber wohnen schon lange nicht mehr dort.

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