Ist Gott allmächtig? Das Allmachtsparadoxon

Es gibt ein semantisches und logisches Paradoxon, wonach man zunächst davon ausgeht, Gott ist allmächtig. Dann stellt man die Frage, ob Gott einen Stein erschaffen könnte, so schwer, dass niemand ihn heben könne. Also auch nicht Gott. Damit wäre Gott dann nicht mehr allmächtig, weil er den Stein nicht mehr heben könnte. Stimmt dieses Gedankenexperiment?

Die Antwort ist unterschiedlich. Für die einen ist damit logisch erwiesen, dass Gott nicht allmächtig sein könne. Das ist aber etwas kurz gedacht.

Manche Christen entziehen sich etwas der Diskussion, indem sie meinen, die größte Macht sei doch die, von seiner Macht einen Teil freiwillig abzugeben, also den Menschen als Ebenbild Gottes zu erschaffen, der in seinem freien Willen nicht mehr ganz Gott unterstehe. Das logische Paradoxon oben bleibt aber eigentlich trotzdem bestehen.

Versucht man, innerhalb der Gesetze der Logik zu argumentieren, könnte man es wie folgt tun. Man müsste semantisch Gott und den Stein anders bezeichnen, als „etwas von unendlicher Macht“. Könnte also Gott, etwas von unendlicher Macht, etwas erschaffen von doppelter unendlicher Macht beispielsweise? Hier würde die Paradoxie des Ganzen deutlich zu Tage treten. Dann das Doppelte von etwas Unendlichem ist trotzdem unendlich. Allerdings hätte man das Thema nicht vollends gelöst, sondern nur teilweise. Gott könnte somit also etwas schaffen, was ebenfalls unendlich mächtig ist. Einerseits gibt es hier kein Problem mehr, denn wenn Gott, unendlich mächtig, etwas schafft, was 15 mal unendlich mächtig ist, ist es trotzdem nur unendlich mächtig. Gott hätte also etwas geschaffen, was von der Zahl her zwar mächtiger wirken würde, trotzdem aber bestenfalls gleich mächtig wäre. Allerdings handelt es sich hier wohl um ein semantisches Wortspiel. Denn unsere Logik kommt ganz schnell an ihre Grenzen, wenn wir zurückdenken, woraus alles entstanden sein könnte. Wir kommen dann dahin, dass Gott die Ursache von allem ist. Unwillkürlich müssen wir aber fragen, woher dann Gott kommt? Insofern würde man hier in einen unendlichen Regress münden, bei dem man immer dann, wenn man glaubt, die Antwort zu haben, noch einmal fragen müsste, aus wem denn der, der Gott erschaffen hätte, dann seinerseits wieder erschaffen worden sei. Insofern darf man annehmen, dass die Logik für uns Menschen zwar innerweltlich und innerhalb unseres Universums gilt, aber nicht tauglich ist für die Existenz an sich, zumindest nicht für die Frage nach Gott. Schon Immanuel Kant wies darauf hin, dass wir über die „Welt an sich“ überhaupt keine Aussage treffen können, sondern nur über die Welt, wie sie sich uns zeigt. Wir Menschen könnten uns weder den Raum noch die Zeit weg denken und auch die Kausalität nicht, also nicht die Logik, derzufolge alles immer einen Grund haben muss. Insofern ist und bleibt das Gedankenexperiment, das eingangs genannt wurde, eines, welches mit der Realität, der Welt an sich, wohl überhaupt nichts zu tun hat. Christlich gedacht ist Gott die Ursache allen Seins, ihn verstehen kann man aber nicht, auch nicht mit vermeintlich logischen Wortspielereien.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Allmachtsparadoxon

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