Wie wird es im Himmel sein? Oder: Gibt es da noch was nach dem Tod?

In vielen Kulturen und Religionen gibt es Vorstellungen von dem, was nach dem Tode kommen mag. Es gibt natürlich auch die Kritiker, die glauben, mit dem Tod ende im Grunde das menschliche Leben und alles, was es ausmacht. Nun ist es Ansichtssache, welcher Denkrichtung man sich anschließen möchte, allerdings bin ich der Meinung, dass es doch einige Hinweise gibt, die den Schluss zulassen, dass es mehr gibt, als die sichtbare Welt. Da ist z.b. das Problem mit dem Bewusstsein. Wäre die Welt so aufgebaut, wie manche Leute es glauben, nämlich aus kleinsten Teilchen, was ja prinzipiell keine verkehrte Ansicht ist, da wir heute davon ausgehen, dass die Welt aus Atomen aufgebaut ist, aber bestünde also alles aus kleinsten Teilchen und sonst nichts, wüsste man nicht, wie das Bewusstsein in den Menschen kommen sollte. Zumindest dann nicht, wenn man sich diese kleinsten Teilchen als einer Art Murmeln vorstellt, also als Materie, als etwas Festes. Dann bestünde der Mensch aus lauter kleinen Murmeln. Etwas plakativer ausgedrückt, er bestünde aus lauter kleinen Zahnrädchen. Der Mensch würde zwar funktionieren, weil die Zahnrädchen alle ineinander greifen, im Kopf wäre aber niemand zu Hause. Es wären dort ja nur Zahnrädchen. Die Frage wäre also, wer schaut da aus unseren Augen eigentlich heraus? Lauter Zahnrädchen? Aber das einzelne Zahnrädchen hat doch keine Ahnung davon, dass es ein Ich ist, es ist ja bloß ein Zahnrädchen. Das Ganze wird prinzipiell auch nicht viel anders, wenn es viele Zahnrädchen sind.

Die andere Sicht ist die, dass man sagt, Materie ist letztlich Energie. Damit ist man aber bereits in der Philosophie oder Theologie angelangt. Denn wer oder was bitte ist Energie? Und warum gibt es sie überhaupt? Unter diesem philosophisch-theologischen Begriff von Energie kann man sich im Grunde nichts vorstellen. Man könnte dann beispielsweise vermuten, das vielleicht das ganze Universum etwas Geistiges ist, wie es einige Astrophysiker tun. Wenn dies aber so wäre, könnte man spekulieren, dass der Geist, aus dem alles besteht, sich ja auch in allem widerspiegelt. Gott schuf den Menschen zu seinem Ebenbild, der göttliche Geist, der alles durchdringt und alles erschuf, schuf den Menschen zu seinem Ebenbild, jeder Mensch ist demnach eine Art Gedanke Gottes, ein Fünkchen von etwas gewaltigem Göttlichen. Mit dieser Sicht ließe sich durchaus die Vorstellung verbinden, dass nach dem Tod wohl noch etwas sein muss, denn wenn alles göttlicher Geist ist, wird dieser ja wohl auch das menschliche Leben überstehen können. Die Christen glauben, dass dieser göttliche Geist sich innerhalb der sichtbaren Welt zeigte, in dem Menschen Jesus – weshalb die Menschen ein wenig über Gottes Wesen sagen können. Denn würde er sich nicht selbst mitteilen, bliebe man ja in den eigenen Gedanken stecken und würde sich im Kreis drehen bei der Frage, wie Gott denn beschaffen sein könnte. Und dann gibt es da noch etwas. Immanuel Kant sagte zwar, dass unser menschliches Gehirn nur auf unsere Welt ausgelegt ist und sich beispielsweise eine ganz andere Welt, eine ohne Raum oder Zeit oder ohne das eigene Ich, im Grunde nicht vorstellen kann. Dennoch denken wir Menschen eben wie Menschen denken, denn was bleibt uns anderes übrig. Und so kommen wir zu dem Punkt, dass wir uns fragen, wie denn alles angefangen haben könnte. Aus nichts soll also so spontan alles entstanden sein. Urknall. Evolution. Und was war vorher? Diese Frage mag möglicherweise falsch sein, weil sie doch sehr menschlich gedacht ist, aber wir Menschen können nur so denken. Oder wie Karl Barth es dialektisch ausdrückte, wir sind Menschen und können nicht von Gott sprechen. Und wir sind Menschen und sollen aber von Gott sprechen.

Diese beiden oben angeführten Punkte, die Frage nach dem Bewusstsein und die Frage, warum es überhaupt etwas gibt, weisen meiner Meinung nach auf Gott hin. Dieser Meinung wird sich sicherlich nicht jeder anschließen, aber das sei ihm auch anheimgestellt. Man kann übrigens die beiden Punkte noch um ein weiteres Mysterium ergänzen, das neben Bewusstsein und der Existenz von allem besteht, nämlich die Frage nach der Unendlichkeit. Auch diese Zeit, die im Grunde gar nicht mehr als Zeit bezeichnet werden kann, ist für uns Menschen unvorstellbar. Egal, ob unser Universum nun weiter expandiert oder irgendwann vielleicht auch wieder kollabiert und vielleicht in einem Nullpunkt wieder verschwindet, so denken zumindest wir Menschen so, dass die Zeit ja trotzdem irgendwie weitergehen müsse. Zwar weiß man oder genauer gesagt, man nimmt zumindest an, dass vor dem Urknall vermutlich sämtliche Naturgesetze noch nicht existent waren, vielleicht also auch gar keine Zeit existierte, aber wer kann sich das schon vorstellen. So würde ich auch die Frage nach der Unendlichkeit mit einreihen in eine Trilogie von Bewusstsein, Existenz und Unendlichkeit. Diese drei weisen meiner Meinung nach darauf hin, dass hinter allem doch mehr stehen muss, als einfach nur ein paar Atome, die sich zufällig eben mal zu ein paar hochkomplexen Lebewesen in einer schier unglaublichen Aneinanderreihung von zufälligen Metamorphosen zusammengefunden haben.

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