Spenden für Wikipedia?

Allmählich beginnt sie gerade wieder, die besinnliche und stille Zeit, die auf Weihnachten zueilt. Weil in dieser Zeit viele Menschen auch etwas nachdenklicher werden, ab und zu mal über den Sinn des Lebens grübeln und auch für die Mitmenschen ein wacheres Auge und Ohr haben, bekommt man in diesen Tagen auch immer mal wieder Werbung mit Spendenaufrufen. Da sind die ganz offensichtlich benötigten Spendenaufrufe wie beispielsweise für Ärzte ohne Grenzen, Christoffel-Blindenmission oder Brot für die Welt. Dann gibt ganzjährig immer aktuelle Stellen, die Geld benötigen, um Wohltätiges tun und leisten zu können, wie beispielsweise die evangelische Diakonie oder die katholische Caritas. Und dann wird auch bei Wikipedia jedes Jahr wieder ein Spendenaufruf eingeblendet. Da könnte der ein oder andere meinen, das sei doch Unsinn, denn Wikipedia werde ja ohnehin von freiwilligen Mitarbeitern geschrieben und auf dem Laufenden gehalten. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn Wikipedia braucht ebenfalls eine Organisation, die dafür sorgt, dass das weltweit Wissen weiterhin auch frei verfügbar ist ohne Werbung und ohne finanzielle Interessen und dass die Server bezahlt werden können. Ich erinnere mich an noch an meine Schulzeit, als ich mir ab und zu dachte, es müsste doch jemanden geben, den man einfach mal anrufen könnte und der einem dann alle Fragen beantwortet. Gab es aber nicht. Im Studium dann dasselbe, denn ich begann zu studieren, bevor es Wikipedia gab. Man hatte verschiedene Lexika, welche ziemlich kompliziert verfasste Artikel beinhalteten, deren Ansinnen es auch bisweilen in der Hauptsache war, in mancher Unverständlichkeit die akademischen Ehren des jeweiligen Artikels deutlich zur Schau zu stellen. Und dann kam irgendwann Wikipedia. Artikel sind hier miteinander vernetzt und zu praktisch jedem Thema in sehr vielen Sprachen kann sich jeder Mensch auf der Welt innerhalb weniger Minuten ein Wissen aneignen, von dem Generationen vor uns und auch meine Generation, wie eben erwähnt, noch nicht einmal träumen konnten. Bildung heißt, mündiger Bürger sein zu können, mitreden zu können, das Leben verstehen, die Kultur, die Politik. Bildung heißt Verantwortung, heißt Zukunft. Drum kann man gerne all den oben genannten Organisationen etwas spenden und sollte das auch. Aber Wikipedia sollte man unbedingt spenden. Denn diesem Zustand, in dem es die Wikipedia noch nicht gab, möchte die Welt nie wieder erleben müssen. „Wissen ist Macht. Nichts wissen macht auch nichts.“ lautet ein scherzhafter Spruch. Er ist aber falsch. Nichts wissen zementiert Herrschafts- und Machtverhältnisse und hält Menschen unmündig. Wissen ist der Schlüssel zur Welt. Und Wikipedia ist eine zentrale und wichtige Tür, für die dieser Schlüssel passt. Sorgen wir dafür, dass sie immer offensteht.

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